Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr im ersten Wahlgang im Amt bestätigt
Bad Vilbel (süd). Am Sonntagabend um 18.41 Uhr stand es fest: Dr. Thomas Stöhr bleibt Bürgermeister der Quellenstadt. 6675 Wählerinnen und Wähler gaben ihm ihre Stimmen, das entspricht 57,8 Prozent. Damit bleibt ihm eine Stichwahl erspart. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 49,1 Prozent. Er freue sich über diese Bestätigung, sagte Stöhr, der vor sechs Jahren noch 71,9 Prozent der Stimmen bekommen hatte. »Es gab trotz aller Propaganda keine Wechselstimmung in Bad Vilbel, sondern eine erfolgreiche Politik«, meinte der alte und neue Bürgermeister.
Jubelnd zieht der Wahlsieger Dr. Thomas Stöhr in das große Café des Kurhauses ein. Dort feiert die CDU den im Amt bestätigten Bürgermeister. (Foto: Köhnkow)
Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses nahm der Sieger Glückwünsche und Respektbekundungen im Sitzungssaal des Rathauses entgegen, den er in Begleitung des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Tobias Utter betreten hatte. Dort erreichte ihn der Anruf der CDU-Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Lucia Puttrich, die ebenso zum Wahlsieg gratulierte, wie der künftige Karbener Rathauschef Guido Rahn.
Danach machten sich Stöhr und Utter zusammen mit Ehrenstadtrat Klaus Minkel auf zum Kurhaus zur Wahlparty der CDU. Hier wurde der Sieger stürmisch gefeiert. Er sei erleichtert und froh, sagte Stöhr. Er habe sich gewünscht, im ersten Wahlgang bestätigt zu werden, aufgrund der vier Gegenkandidaten habe er jedoch nicht davon ausgehen können. Er habe in seiner ersten Amtsperiode seine Versprechen eingehalten. Der 43-jährige Jurist betonte, er sei nie beliebig gewesen und habe immer seine Standpunkte vertreten.
Von den Gegenkandidaten schnitt Helmut Betschel-Pflügel mit 24,3 Prozent (2804 Stimmen) am besten ab. Er war als Unabhängiger, der von SPD und Grünen unterstützt wurde, angetreten. Gesine Wambach (FDP) erzielte 11,3 Prozent (1305), Manfred Manthey von den Freien Wählern 4,9 (565) und der unabhängige Kandidat Helge Welker 1,8 Prozent (208).
Betschel-Pflügel, der als der aussichtsreichster Bewerber von den vier Oppositionskandidaten galt, gab unumwunden zu, sein Ziel nicht erreicht zu haben. Er sei für sich von 28 Prozent ausgegangen. Auch die Mitbewerber habe er stärker eingeschätzt. So jedoch habe man Stöhr nicht unter 50 Prozent drücken können. »Wir haben wohl alle unser Potenzial nicht ganz ausgeschöpft.« Vielleicht habe er bei den Wählern nicht rüberbringen können, »dass ein Wechsel möglich ist«. Aber der Wahlkampf habe etwas verändert in Bad Vilbel, meinte Betschel-Pflügel. Die CDU habe verstanden, »so kann es nicht weitergehen«. Mit Blick auf die Kommunalwahl im Frühjahr 2011 werde man nun sehen, »ob sich was ändert«. Zum Ergebnis von Stöhr, der im Vergleich zu seiner ersten Wahl zum Bürgermeister deutlich an Stimmen verloren hat, meinte Betschel-Pflügel, es sei »ein Fingerzeig«, und »wir haben ihm das Leben schwer gemacht«.
Niedergeschlagen: Die Bürgermeisterkandidaten Manfred Manthey (l.) und Helmut Betschel-Pflügel wollten den Wechsel. (Foto: süd)
Zügig ausgezählt
Schnell hatten die rund 250 Wahlhelfer die Stimmen ausgezählt. Bereits um 18.16 Uhr lief das erste Ergebnis im Sitzungssaal ein, wo sich rund 50 Bürger versammelt hatten, darunter alle vier Oppositionskandidaten. Dabei handelte es sich um den Wahlbezirk 14 im Georg-Muth-Haus auf dem Heilsberg. Hier waren 265 Stimmzettel auszuzählen, die Wahlbeteiligung betrug nur bei 37,3 Prozent. Um 18.37 Uhr lagen mit Ausnahme der Briefwahlbezirke alle Zahlen vor, vier Minuten später stand das vorläufige Endergebnis fest. Danach hat Stöhr in allen Wahlbezirken gewonnen, nur in zwei lag er unter 50 Prozent.