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Buchvorstellung zum 10. Todestag von Herbert Heckmann

Artikel vom 10.02.2010 - 16.09 Uhr

Buchvorstellung zum 10. Todestag von Herbert Heckmann

Bad Vilbel. Bei einer Männerquote von fünf zu 30 könnte sich leicht die Meinung einschleichen, es seien fast nur die Frauen, die sich für Bücher von Herbert Heckmann interessieren, aber hier täuschte die Besucherzahl in der Stadtbibliothek wohl ein wenig.

HR-Redakteur Heiner Boehnke signiert das Buch zum 10. Todestag von Herbert Heckmann. 	(Fotos: joh)
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HR-Redakteur Heiner Boehnke signiert das Buch zum 10. Todestag von Herbert Heckmann. (Fotos: joh)
Annette Zindel-Strauß, die Magistratsbeauftragte des Fachbereichs Kultur, und Bibliotheksleiterin Kerstin Austrup waren überrascht und erfreut über den großen Publikumsandrang, ließen höchst bereitwillig weitere Stühle dreireihig im lockeren Halbkreis aufstellen und gaben noch fünf Minuten für Spätentschlossene zu, bis sie die Veranstaltung offiziell beginnen ließen.

Herbert Heckmann, (1930 bis 1999), ein Frankfurter aus Bornheim, war seiner Heimat zeitlebens verbunden, ohne ein Heimatdichter zu sein, liebte und nutzte die hessische Sprache, ohne als Dialektdichter zu gelten, und war hoch gebildet und literarisch ungemein produktiv, ohne sich als blutleerer Vielschreiber zu outen. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Bad Vilbel, wo ihm offenbar eine hohe Wertschätzung entgegengebracht wurde. Davon zeugte neben dem großen Publikumszuspruch auch die Tatsache, dass seine Witwe an diesem Abend anwesend war. Ein schmales Büchlein sollte vorgestellt werden, nicht einmal 200 Seiten stark, und es sollte kleine Betrachtungen, Geschichten und Textauszüge aus Heckmanns vielfältigem literarischem Schaffen präsentieren. Zu diesem Zweck waren Heiner Boehnke und Hans Sarkowicz erschienen, beide Redakteure beim Hessischen Rundfunk (HR) und Herausgeber des Sammelbändchens unter dem Titel »Gedanken eines Katers beim Dösen«, die sich in heiterem Wechselspiel gegenseitig mit kleinen Anekdoten und Erinnerungen an Heckmann überboten.

Sie kannten den Schriftsteller gut, denn er hatte eine Reihe seiner Werke im HR selbst vorgetragen, manche sogar ausschließlich für den Rundfunk verfasst. Beide waren sich aber der Tatsache bewusst, dass die Bad Vilbeler »ihren« Heckmann kannten und dass, wie Boehnke es so schön ausdrückte, wollte man den Leuten hier Informationen über den Dichter vermitteln, man »ebenso gut einen Pudding zu Oetker bringen« könnte.

In ihre fröhliche Conférence eingestreut, lasen die beiden Herren im Wechsel kleine Auszüge aus dem Buch vor und machten damit dem Publikum Appetit auf mehr. Im Vorraum der Bibliothek lagen denn neben Brötchen und Getränken auch stapelweise die Büchlein zum Erwerb bereit, und in der Pause war Zeit genug, sie von den beiden Herausgebern signieren zu lassen, was meist mit kleinen freundlichen Gesprächen abging.

Was der Abend allen Erschienenen schenkte, war das facettenreiche Bild eines Schriftstellers, der mit seinem reichen Werk überhaupt nicht einzuordnen ist - ob er in barocker Wortwahl und überbordendem Duktus ein Lob der Freundschaft singt, ob er in geradezu naturalistischer Präzision die Verhaltensweisen seiner Katze beschreibt, ob er mit schwarzem Humor die »Unsicherheit der Erdkruste« beispielhaft erläuterte oder ob er Goethe im Traum von seiner Wolke herab satirisch über seine Heimatstadt nachsinnen lässt - er passt ganz einfach in keine »Schublade«.

Ein sehr unterhaltsamer, kunterbunter und kurzweiliger Abend, der gern doppelt so lang hätte sein können, ging zu Ende, und der Beifall war überaus herzlich. Jo Hennig

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Artikel vom 10.02.2010 - 16.09 Uhr
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