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Blick zurück auf die große Zeit der UFA-Filme

Artikel vom 09.06.2010 - 11.00 Uhr

Blick zurück auf die große Zeit der UFA-Filme

Bad Vilbel (jas). »Es ist ein kleines Wunder, dass ich das machen darf.« Für Marina Krauser geht ein großer Traum in Erfüllung. Schon als Kind habe sie leidenschaftlich gerne alte UFA-Filme geguckt und die Freitagabende mit »Willi Schwabes Rumpelkammer« kaum erwarten können.
Werfen im Theaterkeller musikalisch, mimisch und tänzerisch einen Blick zurück auf die große Zeit der UFA-Filme und deren Musik
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Werfen im Theaterkeller musikalisch, mimisch und tänzerisch einen Blick zurück auf die große Zeit der UFA-Filme und deren Musik (v. l.): Pianist Markus Höller, Schauspielerin und Sängerin Marina Krauser und Regisseur Benedikt Borrmann. (Foto: Stavenow)
»Alle zwei Wochen lief die DDR-Sendung, die auch in West-Berlin zu sehen war. Ich habe die Filme rauf und runter geschaut und am nächsten Morgen in der Schule dann ›Für eine Nacht voller Seligkeit‹ geträllert«, erzählt die Berliner Schauspielerin und lacht.

Ab Samstag, 12. Juni, darf sie die unvergänglichen Filmschlager des Deutschen Films der 1930er- und 1940er-Jahre nun auf der Bühne des Theaterkellers singen. »Wir machen Musik« heißt der Titel der UFA-Revue, die im Spätprogramm der Burgfestspiele ihren Platz hat. Am Piano begleitet wird Krauser vom Musiker Markus Höller, Regie führt Benedikt Borrmann, mit dem Krauser bereits 1991 zusammen am Theater Ingolstadt engagiert war. Für die Ausstattung ist Pia Oertel verantwortlich.

16 Schlager hat das Trio für den »unterhaltsamen Abend mit Anspruch« zusammengestellt, für jedes Jahr der UFA (ehemals Universum-Film AG) von 1930 bis 1945 eines. »Die »Nacht voller Seligkeit« ist nicht dabei. Ich will keine falschen Hoffnungen wecken«, sagt Borrmann. »Aber es gibt Lieder zum Mitpfeifen wie »Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n« und »Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da« sowie weitgehend unbekannte wie »Mein Herz müsste ein Radiosender sein« und »Mir geht’s gut«. »Eine hinreißende Nummer, die aber kein Mensch kennt«, meint Borrmann. Doch nicht nur Musik wird es im Theaterkeller geben. »Ich sehe es als Theaterabend mit Musik«, so der Regisseur. »Beides hält sich die Waage.« Und so wird anhand von Tagebuchaufzeichnungen, Memoiren, Briefen und Zeitschriften ein Blick zurück in die Geschichte des Deutschen Films geworfen. Nicht belehrend, sagt Borrmann, aber die »dunklen Seiten der UFA« spare man nicht aus.

Über die Antwort auf die Frage, warum der Schwerpunkt ausgerechnet auf UFA-Filmen und deren Musik gelegt wurde, braucht der Regisseur nicht lange nachdenken: »Es ist eine für die deutsche Musik sehr bedeutende Zeit, mit einer unglaublichen Fülle guter Kompositionen.« Kein Wunder also, dass die Auswahl der Lieder schwer fiel, »denn es gibt Hunderte von guten Stücken«, schwärmt Borrmann, und Krauser kann da nur zustimmen. »Jeder kleine Schlager dieser Zeit ist voll auskomponiert. Die Texte sind reichhaltig wie ein Gedicht. Es sind kleine Kunstwerke.«

Mit den Texten von Schlagern späterer Jahre seien sie überhaupt nicht zu vergleichen. »Jedes Lied ist auf seine Art anspruchsvoll und erzählt eine abgeschlossene Geschichte.«

Krauser, die wie ihre beiden Kollegen erst seit eineinhalb Wochen in der Theaterwerkstatt der Alten Mühle probt, sieht die Revue als Wechselbad der Gefühle. »Auf ein humorvolles, manchmal auch absurdes Lied folgt immer ein melancholisches.« Ihr Lieblingsschlager? »Stepptanz«, sagt Krauser, die sich selbst als singende und tanzende Schauspielerin bezeichnet und von Regisseur Borrmann als klassische Entertainerin gesehen wird. Die Steppszenen tanzt die Berlinerin selbstverständlich selber, denn in vielen Workshops hat sie die komplizierten Schritte gelernt. »Meine Schauspiellehrerin Hanny (Johanna) Herter war übrigens Sprecherzieherin für UFA-Filmschauspieler.«



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