Bfw-Geschäftsführer stellt Hahn neues Reha-Konzept vor
Bad Vilbel (dit). »Die Integration unserer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt werden wir nur gemeinsam mit Unternehmen erreichen. Durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Betrieben werden wir behinderten Menschen Arbeitsplätze erschließen können«, betonte der Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes, Hartmut Fuchs.
Vor dem Ausbildungshotel des Bfw (v.l.): Rainer Gimbel, Maria Klink, Martin Alsheimer, Jörg-Uwe Hahn, Hartmut Fuchs und Kai König. (dit)
Anlässlich eines Besuchs des Hessischen Ministers für Justiz, Integration und Europa und stellvertretenden Hessischen Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn informierte er über neue Schwerpunkte, die im Bfw gesetzt wurden, um bei schnell wandelndem Arbeitsmarkt eine aussichtsreiche Vermittlung der Absolventen zu gewährleisten.
Der in Bad Vilbel wohnende Landesvorsitzenden der FDP weilte zum wiederholten Mal in der Rehabilitationseinrichtung. In Gegenwart der stellvertretenden Geschäftsführerin und Geschäftsbereichsleiterin Maria Klink, der Geschäftsbereichsleiter Martin Alsheimer und Rainer Gimbel sowie des Vilbeler FDP-Vorsitzenden Kai König scherzte er: »Ich kenne das Haus, seit es existiert. Bei der Einweihung war ich als fliegender Lokalreporter dabei.« In seinen Funktionen als Kreis- und Landtagsabgeordneter begleitete Hahn die Entwicklung.
Am Montag erhielt er einen Überblick über die neue Ausrichtung, die das Bfw 2008 erhielt. Fuchs, der die Geschäftsführung seit Anfang 2010 inne hat, erklärte, dass diese Neuausrichtung durch die veränderte Sozialgesetzgebung notwendig wurde. Der ehemalige Geschäftsführer habe sich sehr schnell auf die Änderungen eingestellt. Ein Beispiel sei das Ausbildungshotel, das nach Rückgang der Internatsschüler eröffnet worden sei. »In diesem Bereich arbeiten wir eng mit dem Bbw Südhessen zusammen. Acht bis 15 jugendliche Azubis sind hier tätig.« Das Ausbildungshotel stehe nicht in Konkurrenz zu den quellenstädtischen Hotels. »Wir bieten Räumlichkeiten für Seminare und Tagungen, die in dieser Größenordnung in Bad Vilbel sonst nicht zur Verfügung stehen und richten uns an Institutionen, mit denen wir zusammen arbeiten. Das Bfw agiere nicht gewinnorientiert, Ziel sei ein ausgeglichenes Jahresergebnis.
Primäres Anliegen sei die Wiedereingliederung von Absolventen in den Arbeitsmarkt. »Ein entscheidendes Kriterium unserer Arbeit ist, dass wir Menschen befähigen, ihr Leben selbst zu bewältigen. Qualifikation ist der Weg dazu.« Dass das Bfw bei der Qualifikation äußerst fexibel ist und der Individualisierung eine bedeutende Rolle zukommt, zeigte Fuchs anhand von Beispielen auf. »In Abstimmung mit einer Baumarktkette wurden Teilnehmer zu zertifizierten Baumarktfachberatern ausgebildet.« Anforderungsprofile würden erfüllt. »Teilt uns ein Unternehmer mit, welche Fähigkeiten und Kenntnisse ein Mitarbeiter benötigt, stimmen wir die Ausbildung darauf ab.« Dies sei von Vorteil, wenn ein Mitarbeiter in einem Unternehmen in einer anderen als der bisherigen Tätigkeit eingesetzt werden solle. Enge Kooperationen bestünden unter anderem mit der Fraport, der KfW und dem Hochtaunuskreis.
Alsheimer ergänzte, dass Kontakte zur Deutschen Bahn AG geknüpft wurden. Fuchs, der die Wichtigkeit der Vernetzung hervorhob, fuhr fort: »Eine enge Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie mit weiteren Landkreisen ist wünschenswert«. Klink teilte mit, dass im Durchschnitt zirka 800 Teilnehmer pro Jahr im Bfw praxisnah beschult werden. »Von denjenigen, die einen Abschluss erhalten, stehen nach zwei Jahren 70 Prozent in einem Beschäftigungsverhältnis. Es hat sich gezeigt, dass genaue Quoten erst nach dieser Zeitspanne vorliegen. Von den restlichen 30 Prozent stehen 15 Prozent dem Arbeitsmarkt wegen unterschiedlicher Gründe nicht mehr zur Verfügung.« Bei 15 Prozent gelinge die Wiedereingliederung nicht. Angesichts der Berufsbiografien sei die Rehabilitationsquote beachtlich, solle aber nichtsdestotrotz gesteigert werden.
Auf Nachfrage von Hahn teilte Fuchs mit, dass die Quote an Teilnehmern mit Migrationshintergrund rund 15 Prozent betrage. »Das Bfw bietet Rehabilitaionsvortbereitungskurse in Deutsch, Mathematik und klassischen Kulturtechniken«, berichtete er. Hahn verwies darauf, dass das Bfw eventuell vom Projekt »Modellregion Integration« profitieren könne. Den Vorschlag Gimbels, dass berufliche Integrationsversuche nach Justizvollzug auch für Erwachsene denkbar seien, griff er auf. König betonte, dass er als Ansprechpartner vor Ort gerne zur Verfügung stehe.