Bad Nauheim (bk). Eine »existenzielle Bedrohung« für den Fortbestand der Hiesbach-Karnevalisten ist aus Sicht des Faschingsvereins den Beschluss des Stadtparlaments, das Sportheim zu verkaufen. »Ob nach dieser Entscheidung noch eine Kampagne 2011 über die Bühne gehen kann, steht in den Sternen«, erklärte Hiesbach-Vorsitzender Alexander Jung.
Steht zum Verkauf: Das Sportheim in der Hauptstraße. (Foto: nic)
Bürgermeister Bernd Witzel hat Verständnis für die Frustration der Karnevalisten, seiner Ansicht nach wird das »Bürgerhaus der Kernstadt« aber von den Klubs zu wenig genutzt, zudem müsse die verschuldete Stadt enorme Unterhaltungs- und Sanierungskosten tragen. Wie der Beschluss der Stadtverordneten umgesetzt wird, wusste der Rathauschef nicht zu sagen.
Die närrische Kampagne strebt ihrem Höhepunkt entgegen, eigentlich müssten die Hiesbach-Mitglieder bester Stimmung sein. Tatsächlich herrschten »Enttäuschung und Bestürzung«, erklärte Jung. Die »Turnhall«, wie das Sportheim in der Hauptstraße von den Altstädtern genannt wird, sei mit der 60-jährigen Tradition des Vereins eng verbunden. Sämtliche Veranstaltungen der Narren gingen dort über die Bühne. Darüber hinaus befänden sich Fundus, Bühne und alle Gerätschaften für die Sitzungen in dem Gebäude, das einst aus dem Besitz des VfL Bad Nauheim an die Stadt übergegangen war.
Die Bühnenaufbauten sind nach Aussage des Vorsitzenden genau auf die Gegebenheiten im Sportheim abgestimmt. Der Wechsel des Veranstaltungsorts würde Neuanschaffungen notwendig machen - eine Investition, die der Verein nicht aus eigenen Mitteln finanzieren könne.
»Die derzeit im Umbau befindliche Trinkkuranlage ist kein Ersatz für Nauheims ›Gut Stubb‹. Dort wird nie die Atmosphäre entstehen, die seit 60 Jahren die Faszination unserer Fastnacht ausmacht«, betonte Senatspräsident Steffen Tüscher. Die Hiesbach komme aus der Altstadt und gehöre dorthin. Wer in der Trinkkuranlage, »so sie denn irgendwann mal fertig wird«, ein Bürgerhaus der Kernstadt sieht, irre. Das Jugendstil-Ensemble werde höchstens die Nachfolge des Kurhauses antreten. Tüscher: »Für die kleinen Leute ist dort kein Platz.«
Der Vorstand will das Gespräch mit dem Magistrat suchen, um die weitere Entwicklung zu erörtern. Nach der jahrzehntelangen guten Kooperation zwischen Stadt und Hiesbach sehen die Jokusjünger keinen Anlass, auf Konfrontationskurs zu gehen. Jung: »Die Pflege des karnevalistischen Brauchtums sollte uns allen am Herzen liegen. Daher sollten wir versuchen, gemeinsam mit der Stadt an der Zukunft der Fastnacht zu arbeiten.«
da fallen Späne! Eine Weltstadt wie Bad Nauheim, mit einem eingezäunten Park, einer prachtvollen Parkstraße, einer neugestalteten Bahnhofsallee und einer verschönerten Trinkkuranlage hat halt kein Geld übrig für solch eine Einrichtung! Tolle Idee, Faschingssitzungen in der Trinkkuranlage. Schade ist nur, dass möglicherweise das Ambiente für Nicht-Bürgermeister etwas zu teuer sein könnte. Wer braucht schon Vereine?
Eine Weltstadt wie Bad Nauheim, mit einem eingezäunten Park, einer prachtvollen Parkstraße, einer neugestalteten Bahnhofsallee und einer verschönerten Trinkkuranlage hat halt kein Geld übrig für solch eine Einrichtung!
Tolle Idee, Faschingssitzungen in der Trinkkuranlage. Schade ist nur, dass möglicherweise das Ambiente für Nicht-Bürgermeister etwas zu teuer sein könnte.
Wer braucht schon Vereine?