Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Bad Nauheim »

Wir und Andere lehnen »kunstvoll«-Pläne ab

Artikel vom 11.02.2010 - 20.24 Uhr

Wir und Andere lehnen »kunstvoll«-Pläne ab

Bad Nauheim (jw/pm). Der ehemalige Stadtrat Klaus Ritt will mit anderen engagierten Bad Nauheimern einen Kunstverein mit dem Namen »kunstvoll« gründen. Dieser Verein soll exklusiv Räume im Ostflügel der Trinkkuranlage nutzen. Die Stadt soll alle Kosten (Mieten, Nebenkosten, Betriebskosten und Einmalanschaffungen) bezahlen, umgerechnet 80 000 bis 100 000 Euro pro Jahr. Der Verein will sich finanziell nicht beteiligen, sondern die Sachkunde und Zeit seiner Mitglieder einbringen. »So wird es nicht gehen«, meint die Fraktion WIR und Andere.
Fraktionsmitglied Dr. Hans-Joachim Simon verweist in einer Pressemitteilung auf den Bericht über einen Hartz-IV-Empfänger, dem es gelingt, »trotz seiner prekären finanziellen Situation noch die Mittel für zwei bis drei Stangen Zigaretten aufzubringen«. Simon: »Bei nur 30 Päckchen wären das schon 150 Euro pro Monat, also 1800 Euro pro Jahr für sein Laster. Dann sollte es Herrn Ritt und seinen Kunstfreunden doch viel leichter gelingen, ähnliche Beträge für ihre Leidenschaft, die Kunst, aufzubringen.« Simon weiter: »Das wären bei 30 Kunstbegeisterten schon 54 000 Euro im Jahr. Und dieses nachgewiesene Engagement könnte die Stadt aus den Mitteln des Kulturhaushaltes des Herrn Lenz noch mit 50 Cent pro selbst aufgebrachtem Euro fördern.«

Nach Ansicht der Fraktion Wir und Andere müsse der Stadt auch noch die Möglichkeit bleiben, die Einrichtungen für eigene kulturelle Zwecke zu nutzen, »natürlich in enger Abstimmung mit dem Verein ›kunstvoll‹«.

»Dass Herr Ritt die Kommunalpolitiker insgesamt als inkompetent in Angelegenheiten von Kunst und Kultur bezeichnete, muss ein Missverständnis sein. Er war ja selbst lange Jahre als Stadtverordneter, Magistratsmitglied und in anderen Ehrenämtern tätig. Wahrscheinlich wollte der ehemalige Bürgermeisterkandidat der SPD darauf hinweisen, dass die Stadtverordneten bei der Auswahl ihrer Vertreter im Kuratorium des Vereins Sorgfalt an den Tag legen mögen«, sagte Simon zur WZ.

Ein Modell, bei dem die Stadt alle Kosten trage, der Verein keine Eigenmittel aufbringe, die Bürgervertreter aus der Mitwirkung ausgeschlossen und Exklusivität für die Einrichtung beansprucht wird, werde von WIR und Andere »eindeutig abgelehnt werden«, so der Stadtverordnete. Eine Erhöhung des Kulturhaushalts komme ebenfalls nicht in Frage.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.02.2010 - 20.24 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang