Bad Nauheim (fa). Funktionell und transparent: Diesen Eindruck vermittelt der »Pavillon der Regionen auf dem Marktplatz Wetterau«, der jetzt im Goldsteinpark am Adlerweg aufgebaut wurde.
Was es mit diesem Gebäude auf sich hat, verrieten im Rahmen einer Pressekonferenz gestern vor Ort der Landrat des Wetteraukreises, Joachim Arnold, der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs, und der Erste Beigeordnete des Vogelsbergkreises, Gerhard Ruhl, gemeinsam mit LGS-Geschäftsführer Hartmut Kind und den zuständigen Mitarbeitern.
Noch braucht es zwar ein wenig Phantasie, um sich vorzustellen, wie der Werbeträger für »Hessens goldene Mitte« während der Landesgartenschau ausschauen wird, im strahlenden Sonnenschein war freilich schon zu erkennen, dass die Lage sehr gut gewählt ist. Der Ausblick und der Standort mitten im Grünen mögen zum einen die Besucher anziehen, noch viel mehr freilich die Gestaltung, die Ausstattung und die zahlreichen Veranstaltungen, die für das 163 Tage währende Freiluftspektakel geplant sind. Fahnen, Blumen und Gehölze sollen nach den Worten Kinds noch dafür sorgen, dass der Pavillon zu einer »Augenweide« wird, schließlich sei dieses »schöne Möbelstück« ein wichtiger Baustein der LGS als Veranstaltungsforum und als Leistungsschau.
Im Innern ist für die Beteiligten auf 15 Metern Länge und auf 6 Metern Tiefe Raum, die Kreise und diverse Kommunen und Institutionen zu repräsentieren. Vor dem Pavillon wird eine Bühne von vier mal vier Metern errichtet. Dort werden Aktionen und Veranstaltungen laufen. Eine Keltenfigur, Römer- und Ritterstatuen sollen an die historischen Wurzeln der Region erinnern. Ackerflächen in unterschiedlicher Kultivierung beleuchten die landwirtschaftliche Seite der Region.
Einhellig zeigten sich die Kreisspitzen erfreut über den Schulterschluss anlässlich der Landesgartenschau, die zwar in Bad Nauheim veranstaltet werde, aber Gelegenheit biete, die Vorzüge der gesamten Region in den Köpfen der Besucher zu verankern. Insbesondere touristische Aspekte will man dabei hervorheben und Familien ansprechen. Teils werden die rund 130 Veranstaltungen gemeinsam auf die Beine gestellt, so zum Beispiel die Präsentation des Themas Niddaradweg, teils von den einzelnen Beteiligten.
Am letzten Wochenende im Juni beispielsweise stellt sich Friedberg als Bildungsstadt vor. Die Blindenschule lässt »Natur mit allen Sinnen erleben« und die Augustinerschule thematisiert »Luther in Friedberg«. Auch ist eine Trommelschule zu Gast, und die Besucher sind aufgefordert, die Kaiserstraße in einem überdimensionalen Puzzle zusammenzusetzen. Die Stadt Idstein erfreut mit Zaubereien und entsendet ihre »Gartenweiber« Anfang Mai. Lauterbach erweist sich im Juli als »Stadt im Grünen«. Unter dem Stichwort »Garten Rhein Main« macht die »Kulturregion Frankfurt Rhein Main« im Juli mit »Special Guests« Gartenkunst und Landschaftskultur anschaulich. Das Kreismaskottchen Wetti ist rund um den Pavillon unterwegs und mag vor allem die Blicke der Kinder auf sich ziehen.
Arnold betrachtet die Kooperation im »Pavillon der Regionen« als Testlauf, aus dem man für künftige Zeiten Erfahrungen ziehen wolle. Rund 100 000 Euro hat sich der Wetteraukreis das Projekt kosten lassen, die LGS GmbH stellte 10 000 Euro dafür bereit, weitere Gelder flossen von diversen Sponsoren. Insgesamt, so Arnold, beteiligt sich der Wetteraukreis mit 600 000 Euro an der Landesgartenschau.