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TGV: »Immer am Puls der Zeit«

Artikel vom 11.01.2010 - 15.00 Uhr

TGV: »Immer am Puls der Zeit«

Bad Nauheim (ihm). Der Turn- und Gymnastikverein (TGV) beging gestern sein 150-jähriges Bestehen. Trotz Eis und Schnee kamen zahlreiche Gäste ins Golfclub-Restaurant. Bei Buffet und Varieté-Programm wurde gefeiert, Reden wurden gehalten, Präsente überreicht.
Sportdezernent Armin Häuser übergibt die silberne Ehrenplakette des Landes Hessen an Vorsitzende Bianca Schilling.	(Fotos: ihm)
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Sportdezernent Armin Häuser übergibt die silberne Ehrenplakette des Landes Hessen an Vorsitzende Bianca Schilling. (Fotos: ihm)
Zu den Gästen zählte etwa der Präsident des Deutschen Turnverbands, Rolf-Dieter Beinhoff. Der städtische Sportdezernent Armin Häuser überbrachte die silberne Ehrenplakette des Landes. »Ihre Angebote zeigen, dass Sie immer am Puls der Zeit sind«, unterstrich Häuser. 230 Mitglieder gehören dem Verein an.

Die stellvertretende Vorsitzende Inge Rauner-Gensrich entführte das Auditorium auf eine Zeitreise. Ums Jahr 1860 sei Frauen das Turnen in Preußen ermöglicht worden. »In Coburg fand das erste deutsche Turn- und Jugendfest statt. Das erste große allgemeine Nationalturnfest bildete den Auftakt für die Bildung freier Sportorganisationen«, berichtete Rauner-Gensrich. In den Jahrzehnten zuvor habe »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn das Turnen entwickelt.

Die stellvertretende Vorsitzende ging auf die Historie ein. Nahe dem Gasthaus »Krone« hätten die Turner mit allernotwendigsten Utensilien begonnen (wir berichteten). Vor dem Zweiten Weltkrieg habe es der Verein zeitweise auf über 1000 Mitglieder gebracht. Auch die eine oder andere Anekdote erzählte die stellvertretende Vorsitzende. Schmunzelnd blickte sie auf einen modischen Trend der 80er Jahre zurück: »Jane Fonda war in aller Munde. Wir kleideten uns entsprechend mit pinkfarbenen Legwarmers, hautengen Glanzanzügen in Knallfarben und Stirnbändern.« Rauner-Gensrich dankte den Mitgliedern für Treue, rege Teilnahme und Engagement.

Zum 150-jährigen Bestehen brachte der TGV eine Festschrift heraus. Die Trainerinnen stellen ihre sportlichen Angebote vor. Trainingsplan, Mitgliederliste, Pressespiegel und ein geschichtlicher Abriss sind ebenfalls enthalten. Interessante Informationen erschließen sich, etwa der Hinweis auf einen überregional anerkannten Sportler, den der TGV 1927 hauptamtlich als Turnlehrer anstellte. Willi Sinnwell war ein ausgezeichneter Geräteturner und gehörte der »Deutschlandriege« an. Die Gruppe war im Jahr zuvor aus den besten Spitzenturnern zusammengestellt und nach Amerika geschickt worden. Als unpolitische Sendboten der jungen deutschen Republik hofften sie, freundschaftliche Kontakte zu finden - was gelang.

Grußworte sprachen Turnverbands-Präsident Beinhoff, Bürgermeister Bernd Witzel, Erster Stadtrat Armin Häuser, Thomas Alber (Sportkreis Wetterau), Oskar Adelmann (TV Ober-Mörlen) und Heinz Acker (TV Steinfurth). Beinhoff unterstrich, wie wichtig es ist, ausreichend Turnhallen zur Verfügung zu stellen.

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