Bad Nauheim (ihm). Tropenholz soll für öffentliche Bauprojekte in Bad Nauheim nicht verwendet werden. Das stellte Bürgermeister Bernd Witzel am Dienstagabend im Grünausschuss klar. Anlass war ein Hinweis des städtischen Umweltbeauftragten Rudi Nein. Im Oktober hatte Nein den Hinweis erhalten, er möge den neuen Steg am Großen Teich ansehen. Gesagt, getan: »Mir war gleich klar, das ist Tropenholz.«
Der Einsatz von Tropenholz für den neuen Steg am Großen Teich wird vom Umweltschutzbeauftragten Nein deutlich kritisiert. (Foto: pv)
Der Umweltbeauftragte wandte sich an die Landesgartenschau (LGS) GmbH: »Welches Holz wurde verwendet? Ist es EU-zertifiziert? Woher kommt es?« Geschäftsführer Hartmut Kind habe geantwortet, das Material sei empfohlen worden. Es handele sich um Cumaru-Holz. Es sei günstig, äußerst robust und zertifiziert. Das Umweltministerium befürworte die Verwendung.
Nein gab sich nicht zufrieden. »Ich engagiere mich seit Jahren für den Erhalt des Regenwalds«, unterstrich er. Naturschutzverbände hätten die Forderung erhoben, kein Tropenholz zu benutzen. Dieser Auffassung hätten sich viele Städte angeschlossen, darunter Bad Nauheim. »Wenn ich höre, dass Holz aus Südamerika billiger ist als von hier, gehen bei mir alle Laternen an«, betonte der Umweltbeauftragte. Man müsse sich fragen, ob es aus Raubbau stammt. Selbst wenn es Plantagenholz sei, handele es sich nicht selten um ehemalige Primär-Regenwaldflächen.
Land bestätigt Auskunft
Kind habe allerdings das Zertifikat vorgelegt. Der Nachweis, dass dieses Holz vom Ministerium befürwortet wird, stehe noch aus. »Hauptproblem ist: Es gibt die Nachfrage nach diesem Holz und es ist billiger. Ich finde es schade, dass in meiner Stadt so etwas stattfindet«, sagte Nein. Wie er erfahren habe, sollte außer den zwei Stegen auch die neue Brücke vom großen Parkplatz zum Kurpark mit Cumaru-Holz errichtet werden. Auf Weisung von Witzel geschehe das nicht.
Der Rathauschef ergänzte, er habe im LGS-Aufsichtsrat nachgehakt. Ein Vertreter des Landes habe die Auskünfte von Kind bestätigt. »Er sagte, es gebe von der Regierung geförderte Riesenplantagen.« Witzel: »Auch wenn die Angelegenheit ihre Richtigkeit hat und die Betriebe dort Arbeit haben - ich sehe es trotzdem nicht ein, Holz über die Weltmeere zu transportieren.«