Bad Nauheim (ihm). »Ich will auch in die Schule gehen«, lautet der Titel eines Kinderbuchs von Astrid Lindgren. Der Titel dürfte manch einem Beobachter in den Sinn kommen, der in der integrativen Sophie-Scholl-Schule Wetterau zuschaut. Die WZ war zu Gast in der neuen Bildungseinrichtung, die nach den Ferien in der Frankfurter Straße 103 mit einer ersten Klasse an den Start ging.
Das naturnahe Freigelände der Sophie-Scholl-Schule bietet ansprechende Spielmöglichkeiten - diese Kinder amüsieren sich beim Fußball. (Fotos: ihm)
Bad Nauheim (ihm). »Ich will auch in die Schule gehen«, lautet der Titel eines Kinderbuchs von Astrid Lindgren. Der Titel dürfte manch einem Beobachter in den Sinn kommen, der in der integrativen Sophie-Scholl-Schule Wetterau zuschaut. Gestern war die WZ zu Gast in der neuen Bildungseinrichtung, die nach den Ferien in der Frankfurter Straße 103 mit einer ersten Klasse an den Start ging. Fünf Plätze für ABC-Schützen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf sind noch zu haben. Monatlich kostet der Besuch 300 Euro, hinzu kommen 55 Euro fürs Mittagessen. Ein Quereinstieg ist nach Worten von Rektorin Sybille Kling-Horn möglich.
Der Unterrichtsraum ist großzügig geschnitten. Da das Hauptgebäude erst nach den Herbstferien fertig saniert ist, nutzt man vorerst den Pavillon. 17 Kinder, zwei Lehrerinnen, drei Integrationshelfer, eine Erzieherin und eine Praktikantin tummelten sich darin. Los ging's mit dem Morgenkreis. Kling-Horn und Grundschullehrerin Marion Deysenroth bezogen Puppen ein: Das waren die Frösche »Maxi« und »Mr. Frog«. »Maxi« hatte Schnupfen - was war zu tun? »Du musst dir die Nase putzen!«, riefen die Kinder. Gesagt, getan, anschließend sangen alle das Begrüßungslied.
Nun legten »Mr. Frog« und »Maxi« mit dem Unterrichten los, Deutsch war an der Reihe. Die Kids sangen den »Buchstaben-Rap«. Nach weiteren unterhaltsamen Lernspielen wurde gezählt. »Der wievielte September ist heute?«, fragte Deysenroth. »Der sechzehnte«, antworteten die Jungen und Mädchen. »Der wievielte September ist morgen?« Die Lehrerin nahm eine Schüssel mit 16 Perlen, eine Schülerin legte eine weitere hinzu: »Siebzehn.«
Fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen die Klasse. Alle 17 Schüler würden gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten gefördert, erläuterte Kling-Horn. Ein Junge rechnet schon im Zahlenraum bis 100, ein Mädchen kann besonders gut schreiben. Beide bekommen entsprechend schwerere Aufgaben.
Der Stuhlkreis ging zu Ende, selbständiges Arbeiten war angesagt. »Ihr könnt in eurem ›Lollipop‹ arbeiten, das Hase- und Igel-Spiel machen, in den Schreibpass oder ins Schönschreibheft schreiben. Oder ihr kommt zu mir und wir machen ein Deutschspiel«, erklärte die Rektorin. »Lollipop« ist ein Lehrgang für Vorübungen zum Schreibenlernen, »Hase und Igel« ein Rechenspiel. Die Kinder, die es bereits beherrschen, erklärten es den anderen. Die Betreuer schauten, wo Hilfe benötigt wurde. Kling-Horn: »Auch die Integrationshelfer und Erzieherinnen sollen die Lehrinhalte vermitteln können, daher bringen wir alle auf denselben Stand.«