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Sonntagsgespräch: Spielbank-Idee kommt erneut auf den Tisch

Artikel vom 14.02.2011 - 10.00 Uhr

Sonntagsgespräch: Spielbank-Idee kommt erneut auf den Tisch

Bad Nauheim (ihm). Das zweite »Sonntagsgespräch« stieß auf noch größere Resonanz als die Premiere. Motto: »Quo vadis, Sprudelhof«. Auf dem Podium saßen Metta Tiemon (Jugendstilverein), Gustav Jung (Architekt), Frank Thielmann (Sprudelhof-Stiftung), Robert Garmeister (Koordinierungsgruppe) und Katja Heiderich (Stadtmarketing). Dr. Bernt Kampmann moderierte.
Bürgermeister-Kandidat Stephan Flindt (rechts, stehend) schlägt beim Sonntagsgespräch eine Spielbank im Badehaus 7 vor.	(Foto: I
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Bürgermeister-Kandidat Stephan Flindt (rechts, stehend) schlägt beim Sonntagsgespräch eine Spielbank im Badehaus 7 vor. (Foto: Ihm-Fahle)
Stephan Flindt (Bürgermeister-Kandidat Piratenpartei) schlug eine Spielbank im Badehaus 7 vor. Garmeister erinnerte an das Gesamtkonzept, das die Koordinierungsgruppe vor fünf Jahren vorgelegt hatte. Fünf Vereine beteiligten sich. Zur Umsetzung neuer Nutzungen schlug die Gruppe ein schrittweises Vorgehen vor. Das habe den Vorteil, die finanziellen Belastungen peu á peu stemmen zu können. Vorgeschlagen wurde eine Mischnutzung mit den Schwerpunkten Kultur und Heiltherapie.

Jemand fragte, ob sich die Stiftungs-Verantwortlichen nicht mehr mit dem Konzept befassen können? Wie Thielmann berichtete, tagt das Kuratorium am Freitag. Der Inhalt soll sich um ein nachhaltiges Nutzungskonzept für den Sprudelhof drehen. Verschiedene Ansätze würden erörtert, auch die Ideen der Koordinierungsgruppe. Gleiches gelte für den Vorschlag von »Pirat« Flindt, der im Publikum saß. Er regte eine Spielbank im Sprudelhof an. Flindt verwies auf Bad Steben, wo ebenfalls Therme, Hotel und Spielbank angesiedelt seien. Die Stadt floriere.

Die städtische UWG hatte diesen Vorschlag auch schon einmal auf den Tisch gebracht, bekam allerdings nicht die nötige Rückendeckung (die WZ berichtete). Nach Auffassung von Flindt könnten die Kosten, die in der Jugendstilanlage entstehen, so abgefangen werden.Ein privater Partner sei wichtig, meinte auch Heiderich. Die Stadtmarketing-Fachfrau bezog sich allerdings nicht auf den Spielbank-Gedanken, sondern auf die geplante Therme. Das Thema kam zur Sprache, als Buchhändlerin Agnes Römer - ihr Mann Hermann ist einer der Organisatoren des Sonntagsgesprächs - fragte: »Wie sehr wird das Thermenprojekt überhaupt von den Bürgern gewünscht?« Einige Zuhörer regten sich auf, da ihrer Auffassung nach alles, bloß keine neue Therme, gebraucht wird. »Wir haben schon eine!«, rief ein Mann. »Sie ist wunderbar!«, ergänzte eine Frau. »Geldverschwendung!«, merkte ein anderer Gast an. Heiderich erwiderte, die Technik des jetzigen Thermalbads sei veraltet. Ein Herr wollte das nicht gelten lassen. »Ich finde es nicht gut, wenn die Badehäuser 2 und 3 für eine Therme genutzt werden«, sagte er zornig. Mit Denkmalschutz sei das nicht zu vereinen. Für seine Ausführung gab es »Bravo« und Applaus.

Beifall erhielt auch Jugendstilvereins-Vorsitzende Tiemon, als sie sagte: »Der Sprudelhof darf nicht wieder in jahrzehntelange Bedeutungslosigkeit verfallen.« Nach Ansicht von Thielmann wird das nicht geschehen. Ein Problem indes gibt es. Das Land beteiligt sich finanziell nur noch bis 2018. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Einnahmen die Ausgaben decken. Der Baubeginn für die Therme war ursprünglich ab Ende Landesgartenschau geplant. Das hat sich nun erheblich verzögert, da bislang noch kein Investor gefunden wurde. Hintergrund: Wegen eines Wirtschaftlichkeitsgutachtens, das einen zu hohen städtischen Zuschussbedarf prognostizierte, mussten die Verantwortlichen das Thermenprojekt neu planen (die WZ berichtete). »Wir sind trotzdem zuversichtlich«, sagte er.

Das Fazit des Architekten Jung passte zum Tenor des letzten Sonntagsgesprächs, wo in vielen Beiträgen der Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung laut geworden war: »Die Bürger haben den Sprudelhof als wichtiges Identifikationsmerkmal wahrgenommen. Sie müssen darum ernstgenommen werden.«



Das nächste Sonntagsgespräch (27. März, 11 Uhr, Gasthaus Krone) dreht sich ums Thema »Familienstadt«.

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Artikel vom 14.02.2011 - 10.00 Uhr
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