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Parlament gibt grünes Licht für Tierklinik

Artikel vom 13.02.2010 - 02.00 Uhr

Parlament gibt grünes Licht für Tierklinik

Bad Nauheim (ihm). Das Bauvorhaben In der Au erhitzt nach wie vor die Gemüter. Mit den Stimmen von UWG, CDU und FDP votierte das Stadtparlament am Donnerstagabend im Feuerwehrstützpunkt für die Änderung des Bebauungsplans. Hintergrund: Der Sportpark-Betreiber möchte auf dem Gelände eine Tierklinik und andere Räumlichkeiten errichten.
Stein des Anstoßes ist die Berechnung der Öko-Ausgleichsfläche. Laut Stadtverordnetem Dr. Hans-Joachim Simon (Wir und Andere) entgehen der öffentlichen Hand Einnahmen von 35 000 Euro. Nach Aussage von Bürgermeister Bernd Witzel hat sich der Investor rechtlich einwandfrei verhalten.

Bei der letzten Bauausschuss-Sitzung hatte sich Parlamentarierin Gisela Babitz-Koch (CDU) ebenfalls kritisch geäußert. Irrtümlich hätten die Planer eine Pferdeweide als Acker ausgewiesen. Das habe erhebliche finanzielle Folgen. Der Quadratmeter Weide werde mit 21 Ökopunkten bewertet, das Feld nur mit 16. Die Christdemokratin hatte die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) hinterfragt, die keine Einwände vorgebracht hatte. Witzel hatte zugesagt, er werde das Thema rechtlich prüfen lassen. Er hatte die UNB um eine Erläuterung gebeten.

»Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt«

Antwort der Behörde: Der Eigentümer habe die Fläche vor einigen Jahren von Acker- in Grünland umgewandelt. Theoretisch hätte er im Vorfeld des Bauprojekts die Möglichkeit nutzen können, das Grün- zurück in Ackerland zu wandeln. Auf diese Weise hätte er die erforderlichen Ökopunkte erwirtschaften können. Das habe der Sportpark-Betreiber nicht getan. Das Umbrechen und neue Einsäen hätte laut UNB auch keinen Sinn gemacht, denn Ziel der Naturschutzbehörde sei der dauerhafte Erhalt von Grünland. Deshalb sei die Zustimmung zur Bewertung mit 16 Punkten erfolgt.

Wie Stadtverordneter Simon unterstrich, sei die Stellungnahme völlig widersprüchlich. Auch Hans-Peter Thyssen (SPD) äußerte, der Grundsatz der Gleichbehandlung gegenüber anderen Bauvorhaben-Trägern werde verletzt.

Witzel sprach von einer »Hetzjagd« auf den Investor. Neid und Missgunst seien im Spiel. Der Bauherr habe den Standort auf Wunsch der Stadtverwaltung etwas verlagert, damit die Klinik die Sicht nach Friedberg nicht verstellt. »Hätte er das nicht getan, hätte er bauen können, ohne den B-Plan ändern zu lassen«, erläuterte der Bürgermeister. Manfred Schneider schloss sich an. Die Vorwürfe seien gemein. Der Liberale weiter: »Wenn wir der Naturschutzbehörde nicht glauben - wem dann?« Brigitta Nell-Düvel (Grüne) erklärte, ihre Fraktion stimme nicht zu: »Wir möchten nicht, dass die letzten Reste der Usa-Aue zubetoniert werden.«

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Artikel vom 13.02.2010 - 02.00 Uhr
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Leserkommentare
(13.02.2010 14:24)
bla
Freie Sicht
für freie BürgerInnen!
Ob Acker oder Weide, ist doch egal, kleinere Unstimmigkeiten oder Versäumnisse verblassen durch diesen grandiosen Ausblick!
(13.02.2010 08:32)
rico (gesperrt)
Was da alles zu lesen ist....
Helau,
nun ist es endlich geschehen was geschehen sollte!
Sind zwar einige Widersprüche vorhanden welche
nicht ausdiskutiert worden sind, aber wohl nicht so wichtige.
Bedenklich scheint aber zusein, daß "Investoren" in Bad Nauheim gehetzt werden!
Der Herr Bürgermeister Witzel hat das nun gemerkt, rechtlich alles geprüft und sich hoffentlich bei dem Investor entschuldigt für diese bösen missgünstigen und neidischen Behauptungen.
Hoffentlich verzeiht dieser "Investor" und gleichzeitiger Freund der CDU Fraktion das gegen seine Interesse gerichtete aufständische Benehmen einer Fraktionsmitarbeiterin!
Oh was muß das für ihn eine Belastung gewesen sein, dort bei der CDU - Fraktion ständig sein "Anliegen" vorzutragen.
Welch ein Glück aber auch, daß nun diese neue Tierklinik die Sicht nicht nach Friedberg versperrt!
Alles sehr komisch demokratisch, ist eben Narrenzeit, Helau !
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