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Morbus Parkinson - der Kampf gegen die unheilbare Krankheit

Artikel vom 09.04.2010 - 18.22 Uhr

Morbus Parkinson - der Kampf gegen die unheilbare Krankheit

Bad Nauheim (chh). Als bei Werner Zengerling die ersten Symptome auftraten, ahnte seine Frau Uta Schlimmes. Das unkontrollierte Hochschnellen des Armes und die Schwierigkeiten beim Gehen ließen sie zu einen Besorgnis erregenden Schluss kommen: Parkinson!
Der Austausch mit dem Klinik-Personal ist wichtig für die Patienten: Werner Zengerling im Gespräch mit Kommunikationsleiterin Ma
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Der Austausch mit dem Klinik-Personal ist wichtig für die Patienten: Werner Zengerling im Gespräch mit Kommunikationsleiterin Malu Schäfer-Salecker. (Foto: chh)
Die Ärzte konnten ihre Befürchtungen anfangs nicht bestätigen. Laut Dr. Matthias Oechsner, Ärztlicher Direktor der Parkinsonklinik in Bad Nauheim, typisch bei dieser Erkrankung: »Parkinson ist oft schwierig zu diagnostizieren, viele Symptome ähneln anderen Krankheiten.« Als die Ärzte schließlich doch zum Befund Parkinson kamen, wollte es Zengerling nicht wahrhaben und suchte zwei weitere Mediziner auf. Beide kamen zum selben Ergebnis. Zengerling brauchte ein gutes halbes Jahr, um »die heftige Diagnose« zu akzeptieren. Seitdem lebt er mit der Krankheit Morbus Parkinson. 400 000 Deutsche teilen sein Schicksal, auf das am morgigen Welt-Parkinson-Tag weltweit aufmerksam gemacht werden soll.

Anfangs ging der 69-Jährige zu einer Neurologin in Behandlung. Da sich sein Zustand zunehmend verschlechterte, überwies sie ihn 2003 in die Parkinson-Klinik Biskirchen. »Dort wurden meine Medikamente umgestellt«, sagt Zengerling. Zwei Jahre ging alles gut. Gut heißt, er hatte ein- bis zweimal im Monat Probleme, zitterte stark, konnte oft nicht laufen. »Dann bin ich halt abends nicht ausgegangen.« Als es schlimmer wurde und die Symptome an mehr als 15 Tagen im Monat auftraten, wurde Zengerling 2005 in die Klinik in Bad Nauheim überwiesen. Auch hier wurde seine Medikamentierung umgestellt. Nach seiner Entlassung ging abermals alles gut. Bis vor drei Wochen, als starkes Zittern, unkontrollierte Bewegungen und Steifheit erneut auftraten. Seitdem ist er wieder in der Klinik.

Häufig leiden die Patienten an Nebenwirkungen der Medikamente. Halluzinationen, Depressionen und Demenz sind oft die Folge. »Das liegt in der Regel nicht an falschen Verordnungen. Die niedergelassenen Ärzte haben einfach nicht die Möglichkeit, den Patienten rund um die Uhr zu überwachen«, meint Chefarzt Oechsner. Darüber hinaus führe die dauerhafte Einnahme der Präparate häufig zu solchen Nebenwirkungen.

»Menschen wissen zu wenig«

Die Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht geklärt. »Es geht aber immer mehr in Richtung Genetik, wobei eine direkte Vererbung von den Eltern auf die Kinder nur bei einem geringen Prozentsatz auftritt.« Oechsner führt zudem Umweltfaktoren als mögliche Ursache an: »Es gibt die Hypothese, dass bestimmte Giftstoffe zu neurologischen Störungen führen. In Kombination mit einer genetischen Veranlagung steigt die Gefahr einer Erkrankung.« Es gebe viele Ursachen, die meisten seien noch unbekannt.

Aus Sicht von Zengerling wissen die Menschen zu wenig über Parkinson. Das kann zu unangenehmen Situationen führen: »Ich habe schon gesehen, dass Parkinson-Patienten im Supermarkt an der Kasse als Alkoholiker bezeichnet worden sind, da ihre Hände so sehr zittern.« Zengerling stören die abfälligen Blicke seiner Mitmenschen: »Es passiert häufig, dass man dumm angeschaut wird. Die Leute verallgemeinern und werfen alle neurologischen Erkrankungen in einen Topf.« Die Kommunikationsleiterin der Klinik, Malu Schäfer-Salecker, sieht das ähnlich: »Die Menschen beschäftigen sich nicht mit der Erkrankung und kennen sie daher nicht.« Zengerling kann das aber nachvollziehen: »Wer beschäftigt sich schon gerne mit so etwas?«



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Artikel vom 09.04.2010 - 18.22 Uhr
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