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»Lieber auf Bikes im Wald als beim Biertrinken«

Artikel vom 06.07.2010 - 02.00 Uhr

»Lieber auf Bikes im Wald als beim Biertrinken«

Bad Nauheim (ihm). Die Stadt plant, ein Gelände für Mountainbike-Fahrer zu schaffen. Dieses Anliegen vieler Jugendlicher, für das sich auch der Jugendbeirat stark macht, wurde bereits in Magistrat und Ausschüssen besprochen.
»Von A nach B fahren und sich in der Natur bewegen«: Eine Gruppe Jugendlicher, die sich mit Dirt Bikes im Frauenwald amüsiert.
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»Von A nach B fahren und sich in der Natur bewegen«: Eine Gruppe Jugendlicher, die sich mit Dirt Bikes im Frauenwald amüsiert. (Foto: ihm)
Das teilte Peter Krank (Fachbereichsleiter für Soziales, Sport und öffentliche Ordnung) auf Anfrage mit. Wann es so weit ist und um welches Areal es sich handelt, steht noch nicht fest. Die WZ sprach unter anderem mit Bernd Hallmann von der Mountainbike-Abteilung des Skiclubs Winterstein (SCW) und Jugendlichen.

Als Berthold Kalunka neulich durch den Frauenwald joggte, blieb ihm fast das Herz stehen. Unvermittelt setzte ein Mountainbike-Fahrer durch die Luft, prallte beinahe mit ihm zusammen und jagte mit »Jippie« weiter den Berg herunter. Kalunka musste sich erst einmal setzen, bevor er den Wegrand in Augenschein nahm. Es handelt sich um den ehemaligen Pfad, der am historischen Grenzwall entlang führt. An der Kreuzung zum Spazierweg hatten Unbekannte eine Schanze errichtet. Kalunka untersuchte das Bauwerk, irritiert stellte er fest: Ein historischer Grenzstein war verbaut worden. Er stellte den Stein sicher und trat in Kontakt zu Hallmann.

Der Abteilungsleiter fürs Mountainbiking beim SCW nimmt das Ereignis erneut zum Anlass, um auf die Notwendigkeit eines ausgewiesenen Geländes aufmerksam zu machen. »Es gibt einen Bedarf«, unterstreicht er. Allerdings gebe es kaum legale Angebote, die nächsten Bikeparks seien in Kronberg und Winterberg. Wer mit offenen Augen durch die Stadt und die angrenzenden Wälder gehe, sehe jede Menge Kinder und Jugendliche, die auf sogenannten Dirt Bikes ihrem Sport nachgehen. Hallmann: »Ich sehe die Kids lieber auf den Bikes im Wald als am Bahnhof beim Biertrinken.«

Es gebe verschiedene Arten des Bikings. Manche machten Touren zur Erholung, andere liebten es sportlich, führen Marathon und Cross Country. Eine kleine Gruppe befasse sich mit »Gravity«-Sportarten: »Down Hill«, »Free Ride« und »Dirt«. »Das ist das, was das junge Volk gern macht. Möglichst schnell bergab, über Schanzen hinweg und dabei noch einen Trick«, erläutert Hallmann. Mountainbiking sei ein Sport, den Jugendliche cool finden. Die Kids, die im Frauenwald unterwegs sind, führen in der Regel »Dirt Bikes«. Grund: Diese Räder seien vergleichsweise preiswert. Man erhalte sie ab 500 Euro, wogegen ein »Down-Hill«-Bike erst ab 2500 Euro zu bekommen sei.

Bereits letztes Jahr habe es einen »runden Tisch« zum Thema gegeben. Vertreter von Stadt, Behörden und Forstamt hätten teilgenommen. Die Stadt habe in Aussicht gestellt, Möglichkeiten für ein Bikerareal zu prüfen. Im Oktober habe die Verwaltung Bescheid geben wollen. Das sei nicht geschehen. Ein Platz fürs Biking sei wichtig, da die Schanzen dort sicherer gebaut werden können. »Es ist wichtig, den Kids unter die Arme zu greifen. Auf diese Weise sind sie nicht allein und werden nicht an den Rand der Gesellschaft gedrückt«, betont Hallmann. Der Verein habe bereits zweimal versucht, ein Gelände herzurichten, das sei jedoch gescheitert. Einmal intervenierte die Naturschutzbehörde, ein anderes Mal waren die Kosten zu hoch.



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Artikel vom 06.07.2010 - 02.00 Uhr
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