Bad Nauheim (pm/bk). An den Krach, den ein startendes Düsenflugzeug verursacht, reicht der Lärmpegel in einer Kindertagesstätte nicht ganz heran - gleichwohl ist die Geräuschbelastung in die Betreuungseinrichtungen für alle Beteiligten sehr hoch. Um die Gesundheit von Erzieherinnen und Kindern wirksam zu schützen, gilt es deshalb, nach Möglichkeiten zu suchen, die für etwas mehr Ruhe sorgen. Einen außergewöhnlichen Versuch in dieser Richtung haben die Verantwortlichen der evangelischen Kindertagesstätte am Lee Boulevard in Bad Nauheim unternommen. Dort wurde kürzlich eine Lärmampel getestet.
Wenn die Ampel Rotlicht zeigt, sollte der Lärmpegel im Gruppenraum deutlich runtergefahren werden, erläutert Hörgeräteakustiker Christian Bach, hier beim Test mit Kindergärtnerin Annegret Rühl und den Kindern. (Foto: pv)
Das Gerät stand einige Wochen in den Gruppenräumen. Die Lärmampel wurde nach Angaben der Kita-Leitung von der Firma Bach-Akustik zur Verfügung gestellt, die in der Bad Nauheimer Bahnhofsallee angesiedelt ist. Hörgeräteakustiker Christian Bach, Inhaber der Firma, erläuterte dem Personal und seinen Schützlingen die Funktion des Geräts.
Mit der Lärmampel sollen die Kinder die Geräuschkulisse, die von ihrer Gruppe ausgeht, bewusst wahrnehmen. Die Ampel reagiert mit der Farbanzeige auf den Lärm um sie herum. Kinder können somit eine Sensibilität dafür entwickeln, ob der Geräuschpegel in ihrer unmittelbaren Umgebung für sie angenehm ist oder ob so viel Krach herrscht, dass die Konzentration auf die jeweilige Tätigkeit gestört wird.
Mit Straßenbaulärm vergleichbar
Zum Thema »Geräuschampel« wurde von einer Mitarbeiterin der Kindertagesstätte ein Buch illustriert und kindgerecht umgeschrieben. Das Buch wurde den Kindern in Verbindung mit der Geräuschampel vorgelesen.
»Für die Kinder und Erwachsenen war der Lärmampel-Test ein prägendes Erlebnis. Wie Studien belegen, ist die tägliche akustische Belastung in den Kindertagesstätten enorm hoch und kann die Dezibelzahl von Straßenbaulärm erreichen«, erklärte die Kita-Leitung.
In allen Kindereinrichtungen müsse darüber nachgedacht werden, wie der Lärm verringert werden kann. Nur so könne langfristig die Gesundheit aller Beteiligten geschützt werden.