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Kerckhoff-Klinik: Ultraschall ersetzt Röntgen bei Rheumatherapie

Artikel vom 11.03.2010 - 09.00 Uhr

Kerckhoff-Klinik: Ultraschall ersetzt Röntgen bei Rheumatherapie

Bad Nauheim (pm). »Durch die immensen Fortschritte auf dem Gebiet der Ultraschalltechnik kann bei der Diagnostik rheumatologischer Erkrankungen heute vielfach auf die Röntgenaufnahme verzichtet werden«, erläutert Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, Chefarzt der Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik. Um die Möglichkeiten der modernen Ultraschalldiagnostik zu demonstrieren, hatte die Abteilung Mediziner aus Klinik und Praxis zu einer Fortbildung eingeladen.
Ultraschall-Diagnostik von Entzündungsherden: Die farbigen Stellen zeigen Entzündungsherde vor (links) und nach (rechts) einer m
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Ultraschall-Diagnostik von Entzündungsherden: Die farbigen Stellen zeigen Entzündungsherde vor (links) und nach (rechts) einer medikamentösen Therapie. (Foto: pv)
Neben Prof. Müller-Ladner und dem ehemaligen Oberarzt der Abteilung, Dr. Johannes Strunk, jetzt Chefarzt am Kölner Krankenhaus Porz am Rhein, die diese Veranstaltung gemeinsam entwickelt hatten, standen den Teilnehmern Privatdozentin Dr. Marina Backhaus aus der Charité in Berlin, Dr. Horst Sattler aus Bad Dürkheim sowie Privatdozent Dr. Peter Härle aus Mainz als hochkarätige Sonographie-Ausbilder für Fragen und Demonstrationen zur Verfügung.

»Die bildgebende Diagnostik per Sonographie hat insbesondere bei der Bewertung von Entzündungsprozessen oder Ergüssen in Gelenken und der Beurteilung des Ausmaßes der Zerstörung von Knochen- und Knorpelgewebe durch Gelenkentzündungen große Bedeutung erlangt«, erläutert Dr. Katinka Albrecht, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik und ebenfalls Referentin der Veranstaltung. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Strunk erforscht sie künftige Einsatzgebiete des Ultraschalls in der rheumatologischen Diagnostik. »Eine der bedeutendsten Weiterentwicklungen dieser Technologie stellt die detaillierte dreidimensionale Gelenkdarstellung dar. Denn dadurch ist es möglich, die genaue räumliche Ausdehnung von krankhaften Prozessen in betroffenen Gelenken zu erfassen«, so Dr. Albrecht.

Dass die Gewebedarstellung per Ultraschall aber nicht nur diagnostisch große Vorteile bringt, sondern auch bei therapeutischen Eingriffen eingesetzt wird, ergänzt Dr. Strunk: »Unter Ultraschallkontrolle ist die millimetergenaue Punktion von Gelenken möglich. Dadurch kann den Patienten so manches Röntgenbild erspart werden.« Zusammenfassend unterstreicht Müller-Ladner die Bedeutung, die der Ultraschall für die Rheumatologie besitzt: »Die Ultraschallsonde ist der verlängerte Arm des Rheumatologen.«

Geräte leicht zu handhaben

Fasziniert zeigten sich denn auch die Teilnehmer der Fortbildung, wie ein Arzt ausführte: »Vor allem die Live-Demonstrationen am Patienten haben die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten moderner Ultraschalldiagnostik eindrücklich demonstriert.« Dazu Sonografie-Experte Dr. Sattler: »Früher war der Umgang mit den ersten klobigen Ultraschallsonden richtige Schwerarbeit. Heutzutage steht das Gerät fast unscheinbar neben dem Patienten und man kann ihm jederzeit zeigen, ob und wo seine Erkrankung aktiv ist, was die Zusammenarbeit mit den Patienten sehr erleichtert.«

Müller-Ladners Resümee: »Gerade bei so komplexen Erkrankungen wie Rheuma ist es wichtig, dass moderne diagnostische Methoden wie der Ultraschall auch in der Fläche bereitstehen. Dazu wollen wir mit unseren Fortbildungen beitragen.« Dass natürlich auch die Technik ihren Reiz ausübt, kann Müller-Ladner bestätigen: »So mancher mochte sich am Ende gar nicht mehr von den modernen Geräten trennen.«

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