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Kein Kirschmatsch mehr: Anlieger atmen auf

Artikel vom 29.07.2010 - 15.00 Uhr

Kein Kirschmatsch mehr: Anlieger atmen auf

Bad Nauheim (bk). Oft regen sich Kurstadt-Bürger auf, wenn Bäume, die noch gesund sind oder zumindest so aussehen, der Motorsäge zum Opfer fallen. Immer wieder kommt es in solchen Fällen zu Protesten, mit denen sich auch die WZ einige Male beschäftigt hat. Nicht so in der Jahnstraße: Dort wurden gestern 18 Vogelkirschen gefällt, und kein Anwohner wandte sich empört ans Rathaus - im Gegenteil.
Den Vogelkirschbäumen, die jetzt gefällt worden sind, werden die Anwohner sicher keine Träne nachweinen. Jeden Herbst waren die
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Den Vogelkirschbäumen, die jetzt gefällt worden sind, werden die Anwohner sicher keine Träne nachweinen. Jeden Herbst waren die Bürgersteige völlig verdreckt. (Fotos: sch)
Im Frühjahr hat sich in der Jahnstraße stets ein wunderschönes Bild geboten: In makellosem Weiß präsentierten sich die Blüten der wilden Kirschbäume und sorgten in der Allee für einen Hingucker. Das böse Erwachen kam immer im Frühherbst, wenn die Kirschen überreif waren und von den Bäumen fielen. Es bildete sich ein Obstmatsch, der zu Rutschpartien von Fußgängern, verdreckten Schuhen und verschmutzten Bodenbelägen in vielen Häusern sorgte. Die Bewohner der Jahnstraße hatten die Stadtverwaltung deshalb bereits des Öfteren aufgefordert, die Vogelkirschen zu beseitigen, zumal die Früchte nicht einmal besonders schmackhaft sind. Sie sind zwar theoretisch essbar, haben aber nur sehr wenig Fruchtfleisch.

Der Wunsch der Anlieger ging gestern im Rahmen eines Großeinsatzes in Erfüllung. Wie Hans-Martin Herrmann, Fachdienstleiter Grünflächen im Rathaus, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, seien 18 Bäume zu Kleinholz verarbeitet worden. Die Vogelkirschen seien wohl Ende der 80er Jahre gepflanzt worden. »Vermutlich ist es damals zu einem Irrtum gekommen. Gesetzt werden sollten sicherlich wilde Kirschbäume, die keine Früchte tragen. Die gibt es nämlich auch«, sagte Herrmann.

Für die Anwohner sei der Zustand nicht tragbar gewesen. Deshalb habe die Stadt in den letzten Jahren bereits darauf verzichtet, Kirschbäume, die aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten, zu ersetzen. »Nach der Neupflanzung soll ein einheitliches Bild entstehen«, erklärte der Fachdienstleiter. Die jetzt gefällten Vogelkirschen werden im Herbst durch 29 Kugelakazien ersetzt, von denen keine Verschmutzung des Bürgersteigs zu befürchten ist.

Gingkobäume bleiben stehen

Wie sich Herrmann gestern beeilte zu betonen, wird sich die in der Jahnstraße gewählte Vorgehensweise in anderen Straßen nicht wiederholen. In weiteren Teilen der Kernstadt sind nämlich in der Vergangenheit Beschwerden laut geworden. Ein Beispiel ist die Rießstraße. Dort steht eine Reihe von Gingkobäumen, 17 sind nach Angaben eines Anwohners weiblichen Geschlechts und tragen Früchte. Wenn sie reif sind, fallen die Trauben auf den Gehweg und verwandeln sich in Matsch. Störend für die Anwohner ist in diesem Fall vor allem der bestialische Gestank, der davon ausgeht. Eine Belüftung der Wohnung sei dann nicht mehr möglich, berichtete der Anwohner.

»Wir haben nicht vor, diese Bäume auch zu fällen, zumal die Belästigung in diesem Fall nur relativ kurze Zeit anhält«, betonte der Fachdienstleiter. Stattdessen schicke die Stadt im fraglichen Zeitraum Mitarbeiter in die Rießstraße, um die Früchte rechtzeitig von den Bäumen zu entfernen. Diese Praxis werde beibehalten, zumal es sich beim Gingko um schöne Zierbäume handele, die im Straßenbild von Bad Nauheim nicht häufig zu sehen sind.

Keine Veranlassung zum Handeln sieht Herrmann im Grünen Weg. Dort sind manchmal Klagen über die Früchte der Rotdornbäume geäußert worden. Kein Vergleich mit den Vogelkirschen, meinte Herrmann. Die Rotdorn-Früchte seien deutlich härter und würden auf dem Bürgersteig deshalb nicht so leicht zu Brei zertreten. Von daher sei die Belästigung der Anwohner im Grünen Weg weit geringer als im Fall der Jahnstraße.

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Artikel vom 29.07.2010 - 15.00 Uhr
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