Kastanienallee und Rosengarten offiziell eingeweiht
Bad Nauheim (bk). Blühende Rosen, gepflegte Promenadenwege, stattliche Bäume - so präsentierte sich die Kastanienallee samt Rosengarten gestern anlässlich der offiziellen Einweihung. Fast konnte in Vergessenheit geraten, welch erbitterter Widerstand vor etwa zwei Jahren gegen das Projekt geleistet wurde - um jeden Baum wurde gekämpft.
Eine blühende Verbindung zwischen Trinkkuranlage und Parkstraße: Der Rosengarten samt Kastanienallee. (Fotos: nic)
Nach Unterschriftensammlung, Klagen einer Bürgerinitiative und einem Mediationsverfahren vor dem Kasseler Verwaltungsgerichtshof kam es schließlich zu einer Einigung zwischen städtischen Planern und Gegnern der Neugestaltung: Die Arbeiten nahmen ab Anfang 2009 ihren Lauf, letztlich wurden 16 Bäume gefällt und 23 neu gepflanzt.
Bürgermeister Bernd Witzel ging bei der Einweihungsfeier aus seiner Sicht auf die zurückliegende Auseinandersetzung ein. Vonseiten der Stadt seien Fehler bezüglich der Informationspolitik gemacht worden, die BI habe teilweise mit unrichtigen Behauptungen agiert. Letztlich sei ein tragbarer Kompromiss zustande gekommen, »durch den kaum von der Ursprungs-planung abgewichen werden musste«. Was der Rathauschef vergaß zu erwähnen: Vor dieser »Ursprungsplanung« gab es bereits eine andere Fassung, nach der 38 Kastanien entfernt werden sollten. Und diese Zahl löste erst den Widerstand aus, auch wenn schnell eine geändertes Konzept nachgeschoben wurde. Letztlich unterschrieben 3350 Bad Nauheimer für ein Bürgerbegehren gegen das Projekt, das aber letztlich nicht zugelassen wurde. Der Streit endete mit der Mediation, ein Verwaltungsrichter vermittelte zwischen den Kontrahenten.
Doch das ist alles Schnee von gestern. Witzel, Stadtverordnetenvorsteher Prof. Friedrich-Karl Feyerabend und Ortsvorsteher Kurt Linkenbach waren gestern voll des Lobes für das Werk. Der Bürgermeister nannte die wichtigsten Zahlen: Zwischen Parkstraße und Trinkkuranlage wurden 23 Kastanien, 2800 Rosenstöcke und 3400 Stauden gepflanzt sowie 30 Bänke aufgestellt. Das Ganze kostete 860 000 Euro, zwei Drittel hat das Land beigesteuert. Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung) rechnet mit jährlichen Pflegekosten von rund 15 000 Euro.
Witzel sprach von einem sehr schönen Gesamtambiente dieses Teils der Innenstadt. Feyerabend würdigte die gelungene Mischung aus Geschichte (Dankeskirche, Trinkkuranlage, ehemaliges Grand Hotel) und Moderne (Kurparkplaza).