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»Jeder Gast gibt 28 Euro täglich aus«

Artikel vom 09.10.2009 - 22.00 Uhr

»Jeder Gast gibt 28 Euro täglich aus«

Bad Nauheim (ihm). 31 Heilbäder gibt es im Land, 29 Orte gehören zum Hessischen Heilbäderverband (HHBV). Die Kurstadt, seit 2008 wieder mit von der Partie, war jetzt Ausrichtungsplatz der zweitägigen Mitgliederversammlung. »Mit unseren Heilbädern und Kurorten tragen wir über 30 Prozent der Übernachtungen in Hessen«, erläuterten Vorsitzender Roland Gundlach und Geschäftsführerin Almut Boller im Gespräch mit der WZ. Schwerpunkt des Verbands sei das Marketing. Thema der Versammlung war es unter anderem, über Konzepte zur weiteren Attraktivitätssteigerung zu sprechen.
Gäste für zwei Tage: Roland Gundlach und Almut Boller tagen mit dem Hessischen Heilbäderverband in Bad Nauheim.	(Foto: ihm)
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Gäste für zwei Tage: Roland Gundlach und Almut Boller tagen mit dem Hessischen Heilbäderverband in Bad Nauheim. (Foto: ihm)
Wie Boller sagte, sei Gesundheit Kernkompetenz. Schwimm- und Thermalbäder sowie natürliche Heilmittel gehörten zu den Hauptanziehungspunkten. Wie das statistische Landesamt fürs erste Halbjahr 2009 ermittelt hat, standen den 1,04 Millionen Ankünften in Heil- und Kurorten 4,33 Millionen Übernachtungen gegenüber. »Wenn Sie die Übernachtungszahlen in Hessen mit 10 multiplizieren, haben Sie die Tagesgäste«, sagte die Geschäftsführerin. »In Heil- und Kurorten gehen wir von viel höheren Zahlen aus. Jeder Gast gibt 27 bis 28 Euro täglich aus. Dahinter steckt eine hohe Wirtschaftlichkeit.«

Laut Gundlach hat sich ein Strukturwandel vollzogen. »Die Zahl der Privatgäste steigt, Reha-Gäste werden weniger.« Das wirke sich auf die Aufenthaltsdauer aus. »2007 waren es 18,9 Tage, 2008 18,6 Tage.« Die Bäder hätten die Angebote für Privatgäste ausgebaut. Gundlach nannte das Beispiel Bad Orb, wo eine »Toskana Therme« errichtet wird. Die Übernachtungszahlen waren wegen der Gesundheitsreform 1997 drastisch eingebrochen. »Mittlerweile wurde das aufgefangen.« Der Vorsitzende kam auf den zweiten Gesundheitsmarkt zu sprechen, der jährliche Zuwachsraten von etwa sechs Prozent habe. Gemeint sind privat finanzierte Gesundheitsdienstleistungen und Produkte. Fitness und Wellness spielen eine wichtige Rolle.

»Service Q« für optimale Qualität

Ein Projekt des Verbandes ist »Service Q«, das der Qualitätssicherung dient. Partner seien neben dem HHBV der Hotel- und Gaststättenverband, die IHK, der Tourismusverband und die Hessenagentur. Ziel ist es, die Dienstleistungsqualität in Reiseorten zu sichern und auszubauen. Zu diesem Zweck gehen Qualitäts-Coachs in Unternehmen und schulen das Personal.

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