Bad Nauheim (chh). Von Montag bis Mittwoch gastierte das Infomobil des Deutschen Bundestags auf dem Parkplatz an der Burgpforte. Grund genug für die Wetterauer CDU-Bundestagsabgeordnete Lucia Puttrich, das Infomobil zu besuchen und mit Ehrenamtlichen ein Gespräch zu führen.
Erster Stadtrat Armin Häuser und MdB Lucia Puttrich (beide CDU) beim morgendlichen Besuch im Infomobil zusammen mit Heinz Lackmann.
Nach der Begrüßung durch Puttrich und den Ersten Stadtrat Armin Häuser erläuterte Heinz Lackmann vom Informationsdienst des Bundestags die Arbeitsweise des Infomobils. Im Anschluss stellte sich die Bundestagsabgeordnete den Fragen der Besucher und unterstrich, dass »ohne das ehrenamtliche Engagement in den verschiedensten Bereichen des sozialen, kulturellen und kirchlichen Lebens, in den Bereichen Umwelt und Sport sowie nicht zuletzt im politischen Bereich die Lebensqualität in den Kommunen deutlich geringer« wäre. Um politische Aufgaben und Abläufe besser kennenzulernen, besuchten im Anschluss zehn Auszubildende des Rathauses unter der Leitung von Ingrid Gaffrey das Infomobil.
Lackmann erklärte, was die Bundesregierung mit der Tour des Infomobils quer durch Deutschland bezweckt: mobile Infoarbeit leisten und der Öffentlichkeit die Tätigkeiten des Bundestages und deren Abgeordneten näher zu bringen. Zu diesem Zweck ist der Bundestag auch auf Messen, in Schulen, Banken und anderen Institutionen vertreten. Lackmann freute sich besonders über den Besuch der Auszubildenden, da das Infomobil in den letzten Tagen »nicht gerade überlaufen« gewesen sei.
Azubis haben die richtigen Antworten parat
Lackmann erläuterte die Entwicklung der Kommunalpolitik sowie die verschiedenen politischen Formen der deutschen Nachbarstaaten. Die gut informierten Azubis, die schon den Bundestag in Berlin besichtigt haben, brachte keine Frage in Verlegenheit. Ob Staatspräsidenten, Wahlsysteme, Wahlkreise oder die verschiedenen Verfassungsorgane: Sie hatten meist die richtige Antwort parat. Anschließend erhielten die Azubis einen Einblick in die Tätigkeit der Bundestagsabgeordneten und deren Arbeit in den Wahlkreisen, bevor es mit den Themen Wahlen, Überhangmandate und Abstimmungen im Bundestag weiterging. Lackmann erklärte die Sitzverteilung im Bundestag, und auch die Tätigkeit der Stenographen kam zur Sprache. Bis zu 400 Silben schreibt ein Stenograph pro Minute in Kurzschrift. »400 Silben in einer Minute können die wenigstens sprechen, ich auch nicht«, offenbarte Lackmann.
Gaffrey wollte wissen, warum viele Debatten, die man im Fernsehen sieht, so schlecht besucht seien. Lackmann erläuterte, diese Frage werde ihm oft gestellt. Da viele Debatten im Parlament nicht das Aufgabengebiet jedes Abgeordneten betreffen, könne in dieser Zeit besser relevante Arbeit geleistet werden. Ferner müssten viele andere Termine wahrgenommen werden. Abschließend wollte ein junger Auszubildender wissen, was passiert, wenn persönlicher Idealismus und Fraktionsdisziplin nicht im Einklang stehen. Lackmann verwies darauf, dass Abgeordnete zu nichts gezwungen werden könnten. Trotzdem sei von Zeit zu Zeit eine gewisse Opferbereitschaft vonnöten, um das Außenbild der Fraktion nicht zu schwächen. Zum Ende gab es für die Azubis jede Menge Infomaterial.