Bad Nauheim (ihm). Ein »Inkognito« war trotz Perücke nicht drin, als Kämmerer Armin Häuser die erste Kostümsitzung 2010 der Hiesbach-Karnevalisten besuchte. »Armin - selbst die Steine werden weinen, wenn du dieses Haus verkaufst«, schmetterten die Hiesbach-Sänger in Richtung Erster Stadtrat.
Gut getarnt: Erster Stadtrat Armin Häuser und seine Ehefrau.
Thematischer Schwerpunkt des Abends war die Landesgartenschau (LGS). Jedoch wurde das Thema von der Diskussion über die mögliche Gebäude-Veräußerung überlagert, die das Stadtparlament beschlossen hat. Appell der Vereins-Akteure: »Wir lassen die Hiesbach im Sportheim - denn da ist sie zu Haus.«
Trotz dieser Sorgen war die Stimmung bestens in dem schön geschmückten Saal. Lachen und Beifall belegten das den ganzen Abend. Als der Elferrat um 20.11 Uhr einzog, waren die Tische gut besetzt. Sitzungspräsident Jörg Feindler begrüßte das Publikum, ehe die Jugendgarde mit einem schwungvollen Tanz begann. Eine amüsante Darbietung von Dieter Reichwein über die Tücken des Babysittens stimmte auf weitere Gags ein.
»Witzel-Flechte«
Mit großem komödiantischem Talent sorgten Nachtwächter Werner Euler und »Thusnelda« Inge Rauner-Gensrich für jede Menge Lachsalven. Euler hielt »Nauheimer Jammerlappen« den Spiegel vor, Rauner-Gensrich riss einen Witz nach dem anderen.
»Rettet die Bäume«, »Betreten verboten« und »Gesundheitsgarten«: Diese Stichworte waren unter anderem Inhalt, als die »Sexy Knallerbsen« die Sportheim-Bühne enterten. Tänzerisch und musikalisch spielte die Gruppe auf Streitfragen rund um die LGS an. Der Auftritt war sehr unterhaltsam und überzeugte zudem durch die Kostümvielfalt.
Auch die Besucher waren fast alle närrisch verkleidet, Pfarrer Dr. Ulrich Becke legte sogar nach. Er verwandelte sich für seinen humoristischen Beitrag in einen »Botanik-Professor«. Allerhand interessante Pflanzen stellte er vor, etwa die »Witzel-Flechte« (lateinisch: »Triumphator Dictator«) und den »Stadt-Rhododendron« (»Häuser häuseris««: »Ein netter Kerl - wenn er nicht gerade das Sportheim verkauft.«
Experte für ungewöhnliche Pflanzen wie »Witzel-Flechte« und »Stadt-Rhododendron«: Dr. Ulrich Becke.
Die Vorträge wechselten mit Tänzen, für die jedes Mal Zugabe-Rufe laut wurden. Viel Arbeit steckte dahinter. Nicht nur die Garderoben, sondern auch die Choreografien waren äußerst gelungen. Das galt gleichermaßen für den schmissigen Auftritt der Garde, die lustige »Bollywood«-Nummer des Männerballetts und die Darbietung der »Labbeduddel«: Auf virtuose Weise interpretierten sie die Story um Asterix und Kleopatra.