Bad Nauheim (bk). Fußgänger und spielende Kinder werden durch den ständigen Lkw-Verkehr gefährdet, alle Anwohner belästigt: Dieser Ansicht ist ein Ehepaar, das im Falkenweg (Goldstein-Neubaugebiet I) wohnt, und klagte deshalb vor dem Verwaltungsgericht Gießen. Die Stadt zog dort gestern den Kürzeren und muss dafür sorgen, dass die Baufahrzeuge, die das Gebiet Goldstein II ansteuern, nicht ständig durch diese Straße rollen.
Im Winter rollen kaum Lkw durch den Falkenweg, doch das wird sich mit steigenden Temperaturen ändern. Die Stadt muss jetzt etwas gegen die Belästigung der Anwohner tun. (Foto: nic)
Wie die Pressereferentin des Gerichts, Sabine Dörr, auf WZ-Anfrage erläuterte, handele es sich beim Falkenweg um eine verkehrsberuhigte Zone ohne Gehwege, die nicht übermäßig belastet werden dürfe. Dem Vorschlag der Juristen, den Weg nur in einer Richtung für den Schwerlastverkehr zu öffnen, um eine Verteilung auf mehrere Straßen zu erreichen, wird das Bad Nauheimer Ordnungsamt vermutlich Folge leisten, wie Erster Stadtrat Armin Häuser im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte.
Die nach Greifvögeln benannten Straßen gehören zum Gebiet Goldstein I, in dem seit einiger Zeit alle Grundstücke bebaut sind. Aufgrund der großen Nachfrage entwickelte die Stadt Goldstein II, wo 48 Häuser errichtet werden, in diesem Jahr folgt Goldstein III (23 Parzellen). Die Baustellenfahrzeuge müssen von der sogenannten kleinen Umgehung aus durch Goldstein I fahren, um zum aktuellen Neubaugebiet zu gelangen. Das ist den Anwohnern ein Dorn im Auge: Die schweren Laster hinterlassen Dreck, verursachen Lärm und halten sich nach Angaben der Kläger nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit: In einer verkehrsberuhigten Zone ist Schritttempo vorgeschrieben. Da der Falkenweg keine Bürgersteige hat, sei die Gefahr für Passanten und vor allem für spielende Kinder besonders groß, erklärte das Ehepaar.
Wie Pressereferentin Dörr sagte, habe die Stadtverwaltung auf Beschwerden der Anlieger nicht reagiert. Das Gericht habe den Klägern Recht gegeben. »Da muss etwas passieren«, meinte Dörr. Zwar sei eine gewisse Belästigung der Anwohner nicht zu vermeiden, das Ordnungsamt dürfe eine Gruppe von Bürgern aber nicht einseitig belasten. »Es wurde deshalb vorgeschlagen, den Falkenweg nur in einer Richtung für den Lkw-Verkehr freizugeben«, erklärte die Pressereferentin. Für den Rückweg könnten die Laster beispielsweise den Milanweg benutzen, in dem es Gehwege gebe und Tempo 30 gelte. »Es liegt im Ermessen der Stadt, wie sie das Urteil umsetzt, wir können das nicht im Einzelnen vorschreiben«, betonte Dörr.
Die Einbahnregelung ist nach Ansicht von Häuser vernünftig. Näheres könne er erst sagen, wenn demnächst das schriftliche Urteil vorliege. Bislang werde den Lkw-Fahrern nicht vorgeschrieben, welchen Weg sie zu nehmen haben: »Wenn wir den Falkenweg für Baustellenfahrzeuge gesperrt hätten, wären Anwohner anderer Straße belastet worden.« Die meisten Fahrer benutzen bislang den Falkenweg, der den Lastern künftig nur in einer Richtung offen stehen soll. Welche andere Straße sie auf dem Rückweg ansteuern, sollen die Fahrer selbst entscheiden.
»Die meisten der 48 Häuser in Goldstein II stehen ohnehin bereits«, gehört das Problem laut Häuser ohnehin bald der Vergangenheit an. Für den dritten Abschnitt des Goldstein-Gebiets werde man in Absprache mit dem Fachbereich Stadtentwicklung eine andere Baustellen-Verkehrsregelung finden.
Oder wie ist das zu verstehen: ".. habe die Stadtverwaltung auf Beschwerden der Anlieger nicht reagiert" ? Ist aber gar nicht schlimm, denn jetzt "gehört das Problem laut Häuser ohnehin bald der Vergangenheit an"!
Ohne Zweifel! Und wenn doch, dann einfach nicht reagieren!
Ist aber gar nicht schlimm, denn jetzt "gehört das Problem laut Häuser ohnehin bald der Vergangenheit an"!
Ohne Zweifel! Und wenn doch, dann einfach nicht reagieren!