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Forderung: »Schalldämpfer« für neue Brücke

Artikel vom 28.04.2010 - 02.00 Uhr

Forderung: »Schalldämpfer« für neue Brücke

Bad Nauheim-Schwalheim (bk). Viele Freunde hat sich die Bahn AG mit der neuen Brücke der Main-Weser-Linie nicht gemacht: Das Aussehen gefällt nicht, ein Weg für Fußgänger und Radfahrer fehlt. Seit das Bauwerk fertiggestellt ist, kommt ein weiteres, von den Anliegern als gravierend empfundenes Problem hinzu - der Lärm.
Durchblick: Viele Einwohner Schwalheims (im Hintergrund einige Häuser) sind mit der neuen Brücke nicht glücklich. Ihrer Ansicht
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Durchblick: Viele Einwohner Schwalheims (im Hintergrund einige Häuser) sind mit der neuen Brücke nicht glücklich. Ihrer Ansicht nach ist die Lärmbelastung gestiegen. (Foto: nic)
Nach Ansicht der Anwohner, die im direkten Umfeld der Bahnstrecke wohnen, sorgen die Züge an dieser Stelle für eine deutlich höhere Belastung als zu Zeiten des alten Viadukts, das dem Neubau weichen musste. Den Vorwurf stellte ein Bahnsprecher gestern nicht vollkommen in Abrede, das Unternehmen habe sich bei seinen Planungen aber an alle Vorschriften gehalten. Damit wollen sich die Schwalheimer Bürger nicht zufriedengegeben. Sie haben 165 Unterschriften gesammelt und sich schriftlich ans Regierungspräsidium gewandt. Ziel ist es, in den Lärmaktionsplan nach dem Bundesimmissionsschutzgesez aufgenommen zu werden. Dieser Plan soll mittelfristig in Lärmschutzprojekte an Bahnlinien münden, die besonders viel befahren sind und eine extreme Beeinträchtigung der Anlieger darstellen.

»Wie mir die Anlieger berichten, ist die Lärmbelastung mit dem Neubau deutlich gestiegen«, sagte Schwalheims Ortsvorsteher Klaus Englert im Gespräch mit der WZ. Der UWG-Kommunalpolitiker macht dafür mehrere Veränderungen verantwortlich, die sich im Vergleich zum alten Viadukt ergeben haben. Die alte Unterführung habe aus Ziegelmauerwerk mit einer etwa zwei Meter hohen Erdschicht bestanden, auf der die Gleise verlegt waren. Dadurch seien die Rollgeräusche der vorbeifahrenden Züge gedämpft worden. Zudem hätten früher auf der Schwal- heimer Seite des Bauwerks eine etwa zwei Meter hohe Mauer und Bewuchs für eine Schallschutzwirkung gesorgt. Die neue Stahl-Beton-Kons- truktion verursache dagegen dröhnende Geräusche. »Besonders nachts, wenn viele Güterzüge verkehren, ist die Situation untragbar«, betonte Englert.

Der Schallschutz sei kein Bestandteil der Planung gewesen, obwohl durch die geänderte Bauweise und den Einsatz des »nicht dämpfenden Werkstoffs Stahl« deutlich andere akustische Bedingungen herrschten. »Das wurde bei der Plangenehmigung vergessen oder unterschlagen«, erklärte der Ortsvorsteher. Schon im November hatte er sich an die Bahn AG gewandt und darum gebeten, an der Brücke Befestigungspunkte für eine rund 30 Meter lange Lärmschutzwand anzubringen. Das ist allerdings nicht geschehen.

Deshalb haben die Anwohner der Salinen-, Goldschmied- und Sudetenstraße sowie des Tannen- und Promenadenwegs und der Straße Am Bahndamm eine Unterschriftensammlung gestartet. Laut Englert haben sich 165 Haushalte beteiligt, betroffen von der gestiegenen Lärmbelastung seien über 600 Personen. Die Listen wurden Ende letzter Woche ans Regierungspräsidium geschickt. Englert hofft, dass im Zuge der Lärmaktionsplanung Mittel für einen effektiven Lärmschutz an dieser Stelle lockergemacht werden können.

Auf Anregung des Ortsvorstehers war auch die Stadtverwaltung tätig geworden. So wurde beim Eisenbahnbundesamt, der Genehmigungsbehörde für das Neubauprojekt, nachgefragt, ob im Rahmen der Planungen ein Lärmgutachten erstellt worden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, fordert die Verwaltung eine solche Untersuchung. Eine Antwort des Eisenbahnbundesamtes steht noch aus.

»Erdaufschüttung wirkte schalldämpfend«



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Artikel vom 28.04.2010 - 02.00 Uhr
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