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Fiat-500-Clubtreffen: Bezaubernde »Knutschkugeln«

Artikel vom 24.07.2011 - 16.52 Uhr

Fiat-500-Clubtreffen: Bezaubernde »Knutschkugeln«

Bad Nauheim (anr). Auf der Terrasse des Dolce, Hotel der amerikanischen Gruppe mit italienischen Namens-Wurzeln, konnten Bad Nauheimer und Gäste am Samstag ein bisschen Italien genießen. Kulinarisches und viele bunte Fiat 500 trugen zu diesem Gefühl bei - nur die Sonne fehlte!

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Kleine Autos, große Liebe: Nicht ohne Stolz präsentieren die Fiat-500-Besitzer ihre »Boliden« auf der Terrasse des Dolce. (Foto: Rothenstein)
»Dieses Auto lässt sich fast mit einer Ehe vergleichen«, meinte Christian Horn überzeugt. »Investiert man keine Aufmerksamkeit, Pflege und Liebe, geht es kaputt.« Mit diesen Worten brachte der junge Mann am Samstag auf dem fünften Jahrestreffen des Fiat-500-Clubs das Image des kleinen italienischen Flitzers auf den Punkt.

Auf der Terrasse des Dolce hatten sich rund 40 Oldtimerbesitzer versammelt, um Bad Nauheimern und Gästen einen tiefen Einblick in das Leben ihres Lieblings zu geben. »Wir treffen uns ein Mal im Jahr hier im Dolce, um das »Dolce Vita« für ein paar Stunden zu genießen, uns auszutauschen, Neuigkeiten zu erfahren, Ersatzteile zu erwerben und Interessierten alles über unser Hobby zu erklären«, sagte der gebürtige Mainzer. Dass am Samstag die Sonne nicht schien und der Rotwein aus Spanien kam, war nebensächlich.

Freaks und Junggebliebene

Er sei ein Freak, gab Horn lachend zu. Die Leidenschaft für das kleine besondere Auto entflammte bereits mit 18 Jahren. »In einem Italienurlaub 1989 erstand ich für 500 DM einen 500er, auf den ich schon lange scharf war«, erinnerte sich der Rheinland-Pfälzer. Er ließ sein Traumauto an Ort und Stelle lackieren und fuhr stolz und glücklich nach Deutschland - direkt zum TÜV. Der Prüfer zog nur die Augenbrauen hoch und schickte ihn wieder nach Hause. Das war der Beginn einer neuen Zeit. Denn mit den Sorgen und Problemen, Reparaturen und ständigen Schraubereien an diesem Auto begann auch die Liebe und Leidenschaft dafür zu wachsen. »So geht es allen von uns«, ist Horn überzeugt, denn je mehr Zeit, Geld und Fürsorge Fiat- 500-Fans in ihre Fahrzeuge investieren, desto größer wird die Liebe zu ihnen. »Fiatfahrer sind Freaks und Junggebliebene, unsere Autos sind individuell und charakterabhängig«, beschrieb er. »Wir lieben aber auch die »Revival Variante« - den neuen Fiat 500. Er ist dem alten Modell so angelehnt, dass man ihn einfach lieben muss!«

»Knutschkugeln« verzaubern die Menschen

Es ist ein Phänomen und eine Tatsache, dass diese wirklich kleinen Autos vielen Menschen auf den Straßen immer einen Blick abverlangen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Nicht nur, weil die »Knutschkugeln« so klein, bunt und süß sind, sondern auch, weil sie gerade bei älteren Menschen Erinnerungen wecken. »Die 500er sind absolute Sympathieträger«, sagte der Mainzer am Samstag, »auch wenn sie schrecklich reparaturanfällig sind.«

Böse Zungen sagen: Fiat - Fehler in allen Teilen. Stimmt diese Behauptung? »Tatsächlich sind die Oldtimer so konzipiert, dass immer geschraubt werden muss«, gab Christian Horn zu. Denn vor 50 Jahren geschah die Motoren-Entwicklung ohne große Ingenieurkunst und barg viele Kinderkrankheiten. Die Karosserie damals musste auf eine Tauchgrundierung und Hohlraumversiegelung verzichten. Somit waren die kleinen Italiener und ihre Derivate nicht sehr widerstandsfähig und extrem rostanfällig. »Aus diesem Grunde«, erklärte der Experte, »sind wir Oldtimerbesitzer auf unsere Internetplattform mit Pannenhilfeforum angewiesen«. Dort werden technische Probleme diskutiert, informative Medien ausgetauscht, Treffen organisiert und Ersatzteile angeboten. Umso größer war die Begeisterung der Fiat-Freunde, zwischen Wiedersehensfreude und Fachsimpelei durch den alljährlichen Ersatzteilemarkt vor Ort zu stöbern. Dort konnten die Teile fachmännisch begutachtet und portofrei erworben werden. Und was passiert, wenn man mit seinem Reparaturlatein am Ende ist? »Gar nichts«, erwiderte Christian spontan. In den Jahren hätte sich ein Netz aus Experten der Szene gebildet, das sich untereinander immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Prima, denn sonst würden Werkstattkosten garantiert den Wert eines solchen Liebhaberstücks übersteigen.

Pappdeckel und andere Themen

Das Publikum am Samstag stolperte im übertragenen und wahrsten Sinne über den einen oder anderen Pappdeckel, der den Terrassenboden des Hotels zierte. Gert Simacek, Organisator der Veranstaltung, schmunzelte: »Ölverlust - auch eine bekannte Macke vom Fiat 500...« Diese Pappdeckel mussten unter die parkenden Autos geschoben werden, um die Öltropfen aufzufangen, damit der Boden nicht verschmutzt und natürlich der Umwelt zu Liebe. Simacek war zufrieden mit dem Treffen 2011. »Auch dieses Jahr hat alles prima funktioniert und großen Spaß gemacht«, freute er sich. Es hätten sich viele Oldtimerliebhaber wiedergesehen und Zeit und Muße gehabt, sich auszutauschen. Zu späterer Stunde stand das kulinarische »Dolce Vita« auf dem Programm, hausgemachter Limoncello floss, und es wurden ganz andere Themen als »das Auto« diskutiert.

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Artikel vom 24.07.2011 - 16.52 Uhr
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