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»Fair wandeln« in den Kolonnaden

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Artikel vom 05.03.2013 - 11.06 Uhr

»Fair wandeln« in den Kolonnaden

Bad Nauheim (sda). Transparenz steht weit oben auf der Wunschliste der Verbraucher. Ob Kinderarbeit, Niedriglöhne oder inhumane Arbeitszeiten – die Entstehung der Waren wird oft verschleiert. In Bad Nauheim gibt es bald eine Alternative zu vollbepackten Supermarktregalen: Im Mai öffnet der Verein fair wandeln in den Kolonnaden einen Weltladen mit Produkten, die unter »fairen Bedingungen« entstanden sind.

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International soll es bald in den Kolonnaden 15 zugehen: Der Verein »fair wandeln« will im Mai seine Pforten für den ersten Wetterauer Weltladen öffnen. (Foto: sda)
Dass ein solches Unterfangen nicht einfach ist, erzählte der aus Ghana stammende GEPA-Mitarbeiter Bede Godwyll am Freitagabend im Rahmen eines Vortrags.

Agnes Römer ist zufrieden: Die Vorsitzende des neuen Vereins »fair wandeln« hat ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt. »Ich wollte schon lange, dass es einen Weltladen in Bad Nauheim gibt«, erzählte sie. Im Mai soll das Geschäft eröffnet werden, die Räumlichkeiten sind bereits vorhanden. In den Kolonnaden 15 lautet dann die Adresse des ersten und einzigen Weltladens in der Wetterau. In den Regalen sollen neben Lebensmitteln, wie Kaffee, Tee, Gewürze oder Schokolade, auch Geschenkartikel, Kleidung und Schmuck zum Verkauf stehen. Zudem sollen Produkte der Lebenshilfe Bingenheim auf der 100 Quadratmeter großen Verkaufsfläche angeboten werden. Ein Fernziel sei, Bad Nauheim zu einer »Fair-Trade-Stadt« zu machen. Um diese Bezeichnung zu erlangen, müssten gewisse Standards – etwa eine bestimmte Anzahl an fairen Läden und Restaurants – erfüllt werden. »Stadt und Verein arbeiten bereits zusammen«, erzählte Römer.

Mitglieder gesucht

Wichtig für die Umsetzung des Projekts sei zudem Engagement aus den Reihen der Bürger. »Wir brauchen unbedingt noch Mitglieder«, appellierte Römer an die Teilnehmer der Vortragsveranstaltung. Da der Laden 56 Stunden pro Woche geöffnet sein soll, reiche der momentane harte Kern von rund zwölf Helfern nicht aus. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich, so soll es auch bleiben. Ein weiteres Problem der Mitglieder ist die Finanzierung: Startkapital für die Einrichtung wie Kasse, Computer und Beleuchtung wird benötigt. Die Mitglieder betonten, dass neben dem Großprojekt Weltladen weitere Aktionen des Vereins geplant seien. Dazu zählen auch die zahlreichen Vorträge zum Thema »Fairer Handel«.

Mit Bede Godwylls Vortrag zum weltweiten Handel begann die Reihe in diesem Jahr. Deutschland bilde das Schlusslicht im Konsum von »Fairtrade«-Artikeln, sagte er. Grund sei die großflächige Ausprägung der Supermärkte – viele Billigprodukte in verschiedenen Varianten konkurrierten untereinander, vergleichsweise teure Fairtrade-Produkte kämen in vollen Regalen oft zu kurz.

Sinneswandel?

Ein halbes Pfund Kaffee von der GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt) koste genauso viel wie ein Pfund im Discounter. Nur wenige Menschen seien bereit, diesen Mehrpreis zu zahlen. Vielleicht werde es in Bad Nauheim zu einem solchen Sinneswandel kommen, hoffen die Vereinsmitglieder.

Wer an einer Mitarbeit im Verein interessiert ist, kann sich an Ursula Henneken wenden: Telefon 0 60 32/3 07 81 57, E-Mail alusru.h@gmail.com wenden. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.bad-nauheim-fair-wandeln.de.

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