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Dialog über Winterstein-Nutzung

Artikel vom 06.02.2010 - 10.00 Uhr

Dialog über Winterstein-Nutzung

Bad Nauheim (nbu). Im Interessenkonflikt um die Nutzung des Wintersteins wird der Dialog fortgesetzt. Thomas Götz vom zuständigen Forstamt Weilrod nahm am Mittwochabend am Mountainbiker-Stammtisch des Skiclubs Winterstein (SCW) teil. Götz erläuterte die Gründe für das Fahrverbot abseits von Wegen und stellte sich den Fragen der Mountainbiker.
Großes Interesse: Zahlreiche Mountainbiker (stehend Abteilungsleiter Bernd Hallmann) diskutieren mit Förster Thomas Götz (Mitte)
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Großes Interesse: Zahlreiche Mountainbiker (stehend Abteilungsleiter Bernd Hallmann) diskutieren mit Förster Thomas Götz (Mitte). (Foto: nbu)
Eins stand fest, bevor der Stammtisch überhaupt begonnen hatte: Das Interesse der Mountainbiker war groß. Rund 40 Fahrer waren gekommen, deutlich mehr als Bernd Hallmann, Leiter der SCW-Mountainbike-Abteilung, erwartet hatte. Dabei fanden sich im Teichhaus nicht nur SCW-Mitglieder ein, auch der Ausdauer Sportclub Marathon Friedberg (ASC), nicht in Vereinen organisierte Biker und der Fachbereich Sport der Stadtverwaltung Bad Nauheim waren vertreten.

Thomas Götz hatte selbst die Idee, am Mountainbiker-Stammtisch teilzunehmen. Bei mehreren Gesprächen mit Hallmann und einer gemeinsamen Ortsbegehung am Winterstein habe er ein großes Informationsdefizit festgestellt - auf beiden Seiten. Es gehe darum, gegenseitig Nöte, Sorgen und Interessen kennenzulernen. »Paragrafen-Vorbeten nützt nichts«, sagte der Mitarbeiter des Forstamts. Radfahrer sollten die Gründe dafür einsehen, warum einige beliebte Pfade nicht befahren werden dürfen. Aber: »Ich will auch was von euch mitnehmen.«

Wie Götz erläuterte, sei das Befahren fester Wald- und Forstwege grundsätzlich erlaubt. Innerhalb der Waldbestände, also zwischen den Bäumen, auf Schneisen oder forstwirtschaftlichen Rückelinien aber sei es verboten. Und genau da liege der Knackpunkt, denn einige dieser Wege werden von den Mountainbikern gerne genutzt.

Wandern Luchse zu?

Die verschiedenen Gründe für das Verbot wollte Götz verständlich machen. Er verwies auf das Vorkommen seltener Amphibien am Winterstein, wie der Gelbbauchunke, und auf die »ökologisch sehr hohe Wertigkeit«. Mit der Wildkatze sei hier eine weitere »Leitart« heimisch, die es zu schützen gelte. Inzwischen hoffen die Förster sogar auf das Zuwandern von Luchsen, die am Feldberg bereits gesichtet worden seien. Auch andere Wildtiere wie Rehe und Hirsche brauchen Rückzugsmöglichkeiten und werden von den Mountainbikern gestört. Das Problem dabei sei die hohe Geschwindigkeit in Kombination mit der relativ geräuschlosen Fortbewegung, erläuterte Götz. Spaziergänger oder auch Forstfahrzeuge könnten von den Tieren besser eingeschätzt werden, weil sie sich langsam und überschaubar fortbewegten. Der Mountainbiker sei plötzlich da und erschrecke das Wild. Das brauche mehrere Stunden, um sich wieder aus der Dickung herauszutrauen und fresse dort Baumrinde, was zu Schäden am Waldbestand führe.

Als Problem herausgestellt wurde das dichte Wegenetz am Winterstein, da es dem Wild kaum Rückzugsmöglichkeiten lasse. Hallmann wiederholte seinen Vorschlag, einige Strecken speziell für Mountainbiker freizugeben. Man wolle keinen Bikepark, sondern einen anspruchsvollen Trainingstrail. Die Vermutung, die Tiere würden sich daran gewöhnen und wüssten nach einer Weile, dass sie sich von dieser Strecke fernzuhalten haben, bestätigte der Förster. Das Amt wolle aber keine Aufteilung in verschiedene Nutzer. Biker, Wanderer, Walker, Reiter - man könne nicht jedem einen eigenen Weg geben. »Wir wollen die Nutzung des Waldes allen ermöglichen, im Rahmen der Legalität.«



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Artikel vom 06.02.2010 - 10.00 Uhr
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