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Dach wird saniert - doch wie geht's weiter?

Artikel vom 29.01.2010 - 19.51 Uhr

Dach wird saniert - doch wie geht's weiter?

Bad Nauheim (bk). Die Aufträge können in Kürze ausgeschrieben werden, Ingenieure und Baufirmen sollen nach Ostern aktiv werden: Das Stadtparlament hat am Donnerstagabend mit klarer Mehrheit grünes Licht für die Sanierung des Eisstadiondachs und die Erneuerung der Beleuchtungsanlage gegeben. 27 Stadtverordnete von CDU, UWG und FDP votierten dafür, 1 Million Euro in den Haushalt 2010 einzustellen, um die Arbeiten sofort in Angriff nehmen zu können.
Großes Interesse: Ein HR-Team, zahlreiche andere Medienvertreter und Bürger verfolgen im Sportheim die Debatte über die Zukunft
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Großes Interesse: Ein HR-Team, zahlreiche andere Medienvertreter und Bürger verfolgen im Sportheim die Debatte über die Zukunft des Eissports in Bad Nauheim. (Foto: sk)
Es gab 13 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen. Mit ähnlichem Ergebnis (26 Ja-, 15 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen) billigte das Parlament kurz vor 23 Uhr auch den zweiten Teil des Antrags der Union, eine Verpflichtungsermächtigung über 800 000 Euro in den Etat aufzunehmen, um 2011 Fenster und Fassade instand setzen zu können. Mit dieser Entscheidung wurde der Fortbestand des Colonel-Knight-Stadions über die laufende Saison hinaus gesichert. In der mehrstündigen Debatte, die Teil der Haushaltsberatung war, wurden viele kritische Stimmen laut. So wurde das lange Festhalten von Bürgermeister Bernd Witzel (UWG) an »unrealistischen Neubauplänen« für die Sportstätte ebenso bemängelt wie der Streit zwischen dem Rathauschef und Erstem Stadtrat Armin Häuser (CDU), mit dem eine frühzeitige vernünftige Beratung über die Zukunft des Eisstadions verhindert worden sei. Sprecher aus den Reihen von SPD, 3 B, Grünen, UWG und der Fraktion Wir und Andere bezweifelten zudem, dass mit den 1,8 Millionen Euro ein langfristiger Erhalt der Sportstätte ermöglicht werden kann. Etliche weitere Millionen müssten investiert werden.



Fast alle Fraktionen plädierten im Lauf der Debatte, die auf großes Zuschauer- und Medieninteresse stieß, für die Bestandssicherung des Stadions. So wollte die SPD die 1 Million Euro fürs Dach ebenfalls bewilligen, aber mit einem Sperrvermerk versehen, um zunächst in den Ausschüssen ausführlich diskutieren zu können, wie die Zukunft des Eissports aussehen soll. Die Verpflichtungsermächtigung über 800 000 Euro für 2011 trugen die Sozialdemokraten mit. »Drei Jahre wurden vergeudet, ohne etwas für den Erhalt des Stadions zu tun. Es ist peinlich und ärgerlich, wenn heute ohne intensive Beratung einfach Mittel bereitgestellt werden«, sagte SPD-Fraktionschef Dr. Helmut Francke.

Die 3 B-Fraktion beklagte das Fehlen eines Stadtentwicklungskonzepts, das klare Prioritäten unter Berücksichtigung der leeren Stadtkasse festlege. »Heute wollen Eishockey-Fans Gelder fürs Stadion, morgen kommen vielleicht Wellenbad-Frunde und verlangen Mittel für die Sanierung, übermorgen andere Interessengruppen«, sprach 3 B-Fraktionschef Jürgen Burdak von einem Schnellschuss unter dem Druck der Öffentlichkeit. Er beantragte, 150 000 Euro für die Planung der Stadionsanierung freizugeben.

Nach Ansicht von Dr. Hans-Joachim Simon (Wir und Andere) werde der Bestand der Sportstätte mit den 1,8 Millionen Euro für höchstens zehn Jahre gesichert, zudem würden die Unterhaltungskosten durch die Kreditaufnahme um 250 000 auf 850 000 Euro pro Jahr steigen. »In acht Jahren stellt sich die Frage: Rundumsanierung oder Neubau für etliche Millionen.« Laut Simons Fraktionskollegen Markus Theis muss die Politik angesichts der prekären Finanzlage »eigentlich mehr als das Stadion fallen lassen«.

Wie Grünen-Fraktionschefin Brigitta Nell-Düvel sagte, hätten CDU und UWG mit ihrem Streit ums Eisstadion ein »Chaos« angerichtet, das eine sachgerechte Diskussion und Entscheidung verhindert habe. Wäre frühzeitig reagiert worden, hätte die Sportstätte möglicherweise mit Mitteln aus den Konjunkturprogrammen saniert werden können. Ein Deckungsvorschlag des Magistrats für die 1,8 Millionen fehle, zudem habe der Gutachter eines deutlich gemacht: Dieser Betrag sei das Minimum, das für die Instandsetzung erforderlich sei. Nell-Düvel: »Die Kosten sind nach oben offen.«

»Neubau lange eine Chance gegeben«



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Artikel vom 29.01.2010 - 19.51 Uhr
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