Bürgermeisterwahl: 3 B nominiert keinen Kandidaten
Bad Nauheim (bk). Bis zur nächsten Bürgermeister-Direktwahl ist es noch gut ein Jahr hin, doch das Bürger-Bündnis Bad Nauheim (3 B) hat sich bereits festgelegt: Die Wählerinitiative wird keinen eigenen Kandidaten stellen.
Das teilte 3 B-Vorsitzender Jörg Krämer im Rahmen des Heringsessens mit. Krämer war 2005 als einer von sechs Bewerbern ins Rennen gegangen und hatte die Stichwahl erreicht, bei der er dem heutigen Amtsinhaber Bernd Witzel (UWG) unterlag. Nach der Bürgermeisterwahl hatte sich das Bürger-Bündnis gegründet, dem der Einzug ins Stadtparlament gelang. Krämer will sich auch aus dem Vorstand von 3 B zurückziehen.
»Das Bürger-Bündnis wird als verbindendes Element der Vernunft und Veränderung in die Wahl gehen. Wir kämpfen nicht um Posten, sondern um neue Mehrheiten«, erklärte der 3 B-Vorstand im Teichhaus. Um sich auf die Bürgermeister- und Kommunalwahlen - beide sind im März nächsten Jahres - vorzubereiten, hat 3 B ein Team gebildet und eine Wahlplattform entwickelt. Die Mitglieder werden sich im Frühjahr damit befassen und einen neuen Vorstand wählen.
Überraschend erklärte Krämer, für eine erneute Kandidatur für das Bürgermeisteramt und den 3 B-Vorstand nicht mehr zur Verfügung zu stehen. »In den letzten Wochen bin ich vermehrt auf die Bürgermeisterwahl angesprochen worden, viele Menschen erwarten offenbar meine Kandidatur. Ich bitte um Verständnis, andere Schwerpunkte setzen zu müssen«, sagte der 3 B-Vorsitzende. Als Vorstandsvorsitzender des Jugendhilfe-Vereins Lichtblick sei er für 200 Mitarbeiter verantwortlich. Aufgrund dieser Funktion sei es nicht gut, politisch in vorderer Front zu agieren. Krämer: »Privat muss ich mich weiter vor allem um Frau und Tochter kümmern. Das verträgt sich nicht mit vielen Abendterminen.«
Vorstand und Fraktion zeigen Bedauern, aber auch Verständnis für die Entscheidung. »Das hat einen Ruck bei 3 B ausgelöst. Es gibt viel Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt geht es darum, die erfolgreiche Arbeit über die Wahl 2011 hinaus mit neuen Mehrheiten fortzusetzen«, sagte der 2. Vorsitzende Steffen Hensel. Nach Auffassung von 3 B sind nicht nur andere Mehrheiten nötig, sondern auch andere Vorgehensweisen. Wie Fraktionschef Jürgen Burdak erklärte, müsse die Politik frühzeitig Ziele stecken, die von der Verwaltung in die Haushaltsentwürfe eingearbeitet werden könnten: »Es muss Schluss sein damit, dass die Parlamentarier erst einbezogen werden, wenn längst alle Fakten geschaffen sind.« Ein Beispiel ist laut Burdak das geplante Parkhaus auf dem großen Parkplatz Frankfurter Straße. Die vorgesehene Form werde den Zugang zum Kurpark über die neue Brücke am Großen Teich wie eine »Schlucht« wirken lassen. Solch gravierende Fehlentwicklungen dürften künftig nicht mehr akzeptiert werden.