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Brückbauer insolvent: Krisenjahr 2010 fordert erstes Opfer

Artikel vom 08.02.2010 - 02.00 Uhr

Brückbauer insolvent: Krisenjahr 2010 fordert erstes Opfer

Bad Nauheim (bk). Nach dem kurzen Hoch durch die Abwrackprämie erwarten Autoproduzenten und -händler ein problematisches Jahr 2010. In Bad Nauheim hat die Krise ein erstes Opfer gefordert: Die Auto Brückbauer GmbH musste am Freitag beim Amtsgericht Friedberg einen Insolvenzantrag stellen. Zuverlässigen Informationen zufolge hat die Renault-Bank am Donnerstag sämtliche Neuwagen und gebrauchte Pkw vom Firmengelände an der Kreisstraße zwischen der Kurstadt und Friedberg holen lassen. Der Reparaturbetrieb läuft weiter.
Leer geräumtes Firmengelände: Seit Donnerstag sind die Pkw verschwunden, seit Freitag ist ein vorläufiger Insolvenzverwalter für
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Leer geräumtes Firmengelände: Seit Donnerstag sind die Pkw verschwunden, seit Freitag ist ein vorläufiger Insolvenzverwalter für die Brückbauer-Geschäfte verantwortlich. (Foto: nic)
Wie der Internetseite des Amtsgerichts zu entnehmen ist, wurde für die Renault-Niederlassung am Freitag die »vorläufige Verwaltung des Vermögens« angeordnet. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Kronberger Rechtsanwalt Arno Wolf. Er war von unserer Redaktion am Wochenende ebenso wenig zu erreichen wie Brückbauer-Geschäftsführer Ralph Pöpel.

Gerüchte über wirtschaftliche Schwierigkeiten des Autohauses, das etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt, kursierten bereits seit einiger Zeit. Mit einer Insolvenz wurde zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht gerechnet. WZ-Informationen zufolge wurden mithilfe der Abwrackprämie zwar etliche Pkw verkauft, es handelte sich aber um billige Kleinwagen. Nachdem das Konjunkturprogramm des Bundes für die Autoindustrie ausgelaufen war, sackte die Nachfrage ab. Zudem sind die Reparaturaufträge zurückgegangen, weil viele alte Gebrauchtwagen verschrottet wurden, für die ansonsten ein Werkstatt-Termin vereinbart worden wäre.

Dem Vernehmen nach wird der Kronberger Rechtsanwalt die Brückbauer-Belegschaft am heutigen Montag über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens informieren. Wolf dürfte sich im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens darum bemühen, die Firma zu retten, falls genügend Substanz vorhanden ist. Ob sich angesichts der schwierigen Lage des Autohandels ein Interessent findet, der den Betrieb übernehmen möchte, oder ob es eine andere Lösung gibt, ist derzeit völlig offen.

In der Werkstatt wird weiter gearbeitet, für die Kfz-Mechaniker gibt es offenbar genügend zu tun. Die Brückbauer-Kunden können ihre Fahrzeuge wie gewohnt zur Inspektion oder Reparatur anmelden. Wie weiter zu erfahren war, können vorerst allerdings weder gebrauchte noch neue Pkw angeboten werden: Die Renault-Bank, die bei Kauf und Leasing von Fahrzeugen die Finanzierung übernimmt, hat sämtliche Autos vom Firmengelände abgezogen.

Die Belegschaft hofft, das am Ende des Insolvenzverfahrens eine Rettung des Autohauses und ein Erhalt der Arbeitsplätze steht. Auch Renault dürfte daran interessiert sein, denn die Brückbauer GmbH ist der einzige Händler dieser Marke in der Wetterau. In Dorheim und Nidda werden zwar Renault repariert und gewartet, aber nicht verkauft. Gelingt die Sanierung eines Unternehmens im Rahmen eines solchen Verfahrens, geht das allerdings meist mit Stellenstreichungen einher.

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Artikel vom 08.02.2010 - 02.00 Uhr
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