Bad Nauheim (bk). Das Ende des Straßensanierungsbooms in der Kurstadt ist langsam absehbar. Im Herbst wird die Parkstraßen-Umgestaltung abgeschlossen, bis Dezember werden sich die Arbeiten in der Bahnhofsallee hinziehen, dem letzten Projekt vor Beginn der Landesgartenschau. Nach den Worten von Manfred Gründer vom Fachbereich Stadtentwicklung im Rathaus ist dieser Termin nicht gefährdet, denn die Arbeiten in der nur 300 Meter langen Straße zwischen Bahnhof und Sprudelhof liefen reibungslos.
Auf der Nordseite der oberen Bahnhofsallee werden derzeit die Schächte der Fernwärme-Hauptleitung saniert. (Foto: nic)
In der Unteren Bahnhofsallee sei auf der Südseite die Kanalsanierung mithilfe des Inlinerverfahrens (in die maroden Rohre wird ein Kunststoffschlauch eingeführt) abgeschlossen. Die Tragschicht für die neue Asphaltdecke sei ebenfalls bereits vorhanden.
Im oberen Abschnitt der Straße sind auf der Nordseite derzeit Arbeiter im Auftrag des Eon-Konzerns tätig. Laut Gründer wird in der Bahnhofsallee nämlich nicht nur das Kanalsystem repariert, sondern auch das Fernwärmenetz. Eine Eon-Tochter ist Eigentümer des Heizkraftwerks, das sich einst im Staatsbad-Besitz befand, und damit auch der Versorgungsleitungen. »Unter der Bahnhofsallee verläuft die Hauptleitung, erneuert werden die Schächte«, berichtet Gründer.
Die Bahnhofsallee ist für die Landesgartenschau 2010 von besonderer Bedeutung, weil sie die beiden Ausstellungsflächen - Kurpark und Goldsteinwäldchen - verbindet. Sie erhält deshalb eine aufgehellte Asphaltschicht, um eine freundlichere Wirkung zu erzielen. Die Stadt hat das gleiche Material gewählt, das auch in der Parkstraße und auf dem Bahnhofsvorplatz Verwendung findet. Um die Allee zu verschönern, hat die Verwaltung den Anliegern zudem Zuschüsse zur Umgestaltung der Vorgärten offeriert. Laut Bürgermeister Bernd Witzel haben sieben von zwölf Grundstückseigentümern dieses Angebot angenommen.
Die Fahrbahn wird nach Aussage Gründers nicht verbreitert, eine Änderung erfolgt dagegen bei den Parkplätzen. »Bisher hatten wir die Stellplätze quer angeordnet. Weil dafür eigentlich zu wenig Platz vorhanden war, ragten die Hecks der Pkw oft in die Fahrbahn hinein«, sagt der Fachdienstleiter Verkehrsplanung. Künftig müssen Autos parallel zur Straße abgestellt werden. Dadurch gehen zehn Parkplätze verloren.
Weniger Zuschuss als erhofft
Die Neugestaltung der Bahnhofsallee lässt sich die Stadt eine Menge Geld kosten. Waren ursprünglich 1,3 Millionen Euro veranschlagt, geht man inzwischen von 1,5 Millionen aus. Deutlich geringer als erhofft dürfte der Bundes- und Landeszuschuss ausfallen. Wurde im Januar noch mit einem 50-prozentigen Beitrag gerechnet, war beim ersten Spatenstich Anfang Mai von 300 000 Euro die Rede. Bürgermeister Witzel hofft auf einen Nachschlag in gleicher Höhe.
Die derzeit gültige Einbahnstraßen-Regelung - die Bahnhofsallee ist von beiden Seiten nur in Richtung Frankfurter Straße zu befahren - bleibt Gründer zufolge bis zum Abschluss der Bauarbeiten bestehen. Wer auf der Frankfurter Straße unterwegs ist und den Bahnhof oder die Innenstadt erreichen möchte, muss sich an den Umleitungsschildern orientieren.