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Bad Nauheim ist zweites Heilbad, das auch Kneippkurort ist

Artikel vom 02.02.2011 - 19.17 Uhr

Bad Nauheim ist zweites Heilbad, das auch Kneippkurort ist

Bad Nauheim (jw). Es ist geschafft: Bad Nauheim behält den Status als Heilbad und darf sich künftig auch Kneippkurort nennen. Wirtschaftsminister Dieter Posch überreichte gestern im Hessischen Landtag in Wiesbaden die Urkunde an Bürgermeister Bernd Witzel, dessen Mitarbeiter aus dem Rathaus und die beiden Vertreter des Kneipp-Vereins Bad Nauheim, Dr. Lutz Ehnert und Dieter Köppel.
Urkundenübergabe im Roten Salon des Wiesbadener Stadtschlosses (von links): Landtagspräsident Norbert Kartmann, Frank Müller (Ku
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Urkundenübergabe im Roten Salon des Wiesbadener Stadtschlosses (von links): Landtagspräsident Norbert Kartmann, Frank Müller (KuS), Katja Heiderich (BNST), Bürgermeister Bernd Witzel, Wirtschaftsminister Dieter Posch, Dr. Lutz Ehnert (Vorsitzender des Bad Nauheimer Kneipp-Vereins), Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Dieter Köppel (Kneipp-Verein). (Fotos: Wagner)
»Mit dem Prädikat Kneippkurort wird die hohe Qualität des besonderen Gesundheitsangebots nach den Methoden von Kneipp anerkannt. Es ergänzt die bereits bestehenden hervorragenden Angebote des Heilbades Bad Nauheim«, sagte der Minister. »Dieser Baustein für die Zukunft der Gesundheitsstadt tut uns gut«, freute sich Bürgermeister Witzel. Bad Nauheim ist landesweit nicht nur das zweitgrößte Heilbad (nach Bad Wildungen), es ist neben Kassel-Bad Wilhelmshöhe auch das einzige Heilbad Hessens, das sich zugleich mit dem Status Kneippkurort schmücken darf. »Das ist der Lohn unserer fünfjährigen Arbeit«, freute sich Dr. Lutz Ehnert, Vorsitzender des Kneipp-Vereins.

Kneipp-Anwendungen folgen dem Motto »kleiner Aufwand, große Wirkung«. Um das Prädikat zu erhalten, war allerdings ein größerer Aufwand nötig. Dafür soll die Außenwirkung für die Gesundheitsstadt noch größer sein; die Stadt hofft auf viele Kneipp-Gäste. Qualität sei im Tourismus ein Schlüssel zum Erfolg, sagte Minister Posch. Und Bad Nauheim könne diese Qualität vorweisen. »In den letzten Jahren ist unglaublich viel auf diesem Sektor passiert«, sagte Witzel und nannte die Wassertretbecken an den Gradierbauten I und II sowie in der Therme am Park und im Kerckhoff-Rehazentrum, ferner Kneipp-Tagungen, Kurse, Vorträge und Anwendungen. Bademeister und Physiotherapeuten aus fünf Kliniken besuchten Fortbildungen in Bad Wörishofen, der Kneipp-Verein legte im Gesundheitsgarten den Kräutergarten an, es gibt einen Sebastian-Kneipp-Weg mit einer Büste des »Wasserdoktors«, die inmitten von Sebastian-Kneipp-Rosen steht. Im Sprudelhof wurde ein Kurmittelhaus eingerichtet, die Trinkkuranlage wurde saniert, im Kerckhoff-Rehazentrum gibt es sogar eine Kneipp-Speisekarte, im Goldsteinpark soll bald ein weiteres Tretbecken gebaut werden, und wenn man so will, dann dürfen in Bad Nauheim auch die Kinder »kneippen«: auf dem neuen Wasserspielplatz im Südpark.

Motor dieser Entwicklungen ist der Kneipp-Verein, der innerhalb kurzer Zeit von 198 auf 750 Mitglieder anwuchs. »Die Idee, die Stadt zum Kneippkurort zu machen, hatte unser 2. Vorsitzender Dieter Köppel«, erzählte Badearzt Dr. Lutz Ehnert. »Und diese Idee ist bei Bürgermeister Bernd Witzel und dem Ersten Stadtrat Armin Häuser auf fruchtbaren Boden gefallen.« Dabei waren einige Schwierigkeiten zu überwinden. »Vor fünf Jahren, nach der Übernahme des Staatsbades durch die Stadt, hätten wir die Anerkennung nicht erhalten«, sagte Frank Müller, Leiter des Kur- und Servicebetriebs (KuS). Ein Problem war, dass die Krankenkassen die Badekuren nicht mehr anerkannten. Nun werden zusammen mit Kliniken ambulante Badekuren angeboten, außerdem wurde im Badehaus 3 ein Therapiezentrum eingerichtet. »Am Anfang haben wir uns Hilfe von Außen geholt, mittlerweile beraten wir andere Städte«, berichtete Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Stadtmartketing- und Tourismus GmbH, über das recht komplexe Prädikatisierungsverfahren. Keine Überraschung, aber neu war für die Bad Nauheimer Delegation, dass die Gesundheitsstadt ihren Heilbadstatus behält. Der gilt zehn Jahre, aber Minister Posch war sich sicher, »dass Bad Nauheim noch viel länger Heilbad ist«, und wünschte »Gäste in Hülle und Fülle«. Der Urkundenübergabe im Landtag wohnten Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Landtagspräsident Norbert Kartmann bei, der die Besucher durch das Stadtschloss führte. Nebenan im Plenarsaal freute sich die Wetterauer Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl über die Anerkennung, »die einen Schub für den Tourismus in der Wetterau bedeutet«.

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