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Ausländerbeirat: Längst aus dem »Tiefschlaf« erwacht

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Artikel vom 23.10.2013 - 16.50 Uhr

Ausländerbeirat: Längst aus dem »Tiefschlaf« erwacht

Bad Nauheim (ihm). Lange Zeit konnten Bürger den Eindruck gewinnen, der städtische Ausländerbeirat befinde sich im »Tiefschlaf«, mit der Vorsitzenden Filiz Taraman-Schmorde und ihren Mitstreitern hat sich das geändert. Höhepunkt der Aktivitäten war die Auszeichnung, die kürzlich durch Sozialminister Stefan Grüttner und die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) erfolgte.

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Kandidiert für den Landesausländerbeirat: Filiz Taraman-Schmorde. (Foto: ihm)
Anlass war das Engagement auf dem Gebiet Islam und Organspende (die WZ berichtete). Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Taraman-Schmorde auf die letzten drei Jahre zurück: Die Arbeit sei inhaltsreich – wenn auch nicht immer einfach.

Politische Erfahrung sammelte Filiz Taraman-Schmorde, eine gebürtige Bad Nauheimerin mit türkischem Migrationshintergrund, schon früh: »Ich war Mitglied des Landesschülerbeirats, was sehr interessant war, beispielsweise, weil wir am Schulgesetz mitarbeiten konnten.« Daher war sie nicht abgeneigt, 2010 für den städtischen Ausländerbeirat zu kandidieren. Er berät, ohne Stimmrecht zu haben, die parlamentarischen Gremien bei allen Aspekten politischer Arbeit, die Bürger mit ausländischen Wurzeln betreffen.

Taraman-Schmorde suchte Mitstreiter, die ebenfalls antraten, und wurde gewählt. Neun Mitglieder hat der Beirat üblicherweise. Mit ihr, Stellvertreterin Meftun Salmanel, Ziver-Deniz Akman, Adnan Kayrakci, Mehmet Özen und Koray Öztürk sind es allerdings nur noch sechs, unter anderem, weil Sahin Zorlu, einer ihrer beiden Stellvertreter, kürzlich zurückgetreten ist. Er erhielt ein gutes berufliches Angebot aus der Türkei, Nachrücker gibt es nicht. »Sein Rücktritt tut mir sehr leid, denn er war sehr aktiv«, bedauert die 38-Jährige.

Andere seien aus weniger erfreulichen Gründen ausgeschieden, beispielsweise wegen des Vorfalls bei der Gründung des Familienbeirats im Vorjahr, als sich der Ausländerbeirat erfolglos für eine Migranten-Quote einsetzte. Es kam zu Streitigkeiten und, so Taraman-Schmorde, zu vereinzelten »ausländerfeindlichen Beleidigungen aus politischen Kreisen«, da sich die Beiratsgründung aufgrund der vom Ausländerbeirat ausgelösten Debatte verzögerte. Wie ihr im Lauf der letzten drei Jahre deutlich geworden sei, werde der Ausländerbeirat in seiner originären Funktion als beratendes Gremium nicht von allen politischen Akteuren sehr ernst genommen.

Gern verwiesen die Politiker dagegen auf die umfangreichen Verdienste, die der Ausländerbeirat auf anderen Gebieten erworben habe. Beispiele: Beteiligung an AGs zur Integration, 50-Jahr-Feier des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens 2011, Symposium zum Thema »Islam und Organspende« 2012. Diese Tagung wurde in Zusammenarbeit mit Kerckhoff-Klinik und Deutscher Stiftung für Organtransplantation veranstaltet. Mit 150 Teilnehmern war das Symposium gut besucht, fand über die Grenzen Deutschlands hinaus Beachtung.

»Bundesweit Vorreiter«



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Artikel vom 23.10.2013 - 16.50 Uhr
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