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Atelier-Mietvertrag zum dritten Mal gekündigt

Artikel vom 27.03.2009 - 10.00 Uhr

Atelier-Mietvertrag zum dritten Mal gekündigt

Bad Nauheim (bk). Einen Mietvertrag rechtswirksam zu kündigen, ist offenbar eine komplizierte Angelegenheit. Zumindest gilt das im Streit zwischen den Verantwortlichen der Stadt und dem Künstler Gerhard Burk um den Fortbestand des Bildhauer-Ateliers am Goldstein. Wie Erster Stadtrat Armin Häuser auf WZ-Anfrage bestätigte, ging Burk kürzlich Kündigungsschreiben Nummer drei zu, weil die beiden vorherigen Exemplare Fehler aufwiesen.
Bad Nauheim (bk). Einen Mietvertrag rechtswirksam zu kündigen, ist offenbar eine komplizierte Angelegenheit. Zumindest gilt das im Streit zwischen den Verantwortlichen der Stadt und dem Künstler Gerhard Burk um den Fortbestand des Bildhauer-Ateliers am Goldstein. Wie Erster Stadtrat Armin Häuser gestern auf WZ-Anfrage bestätigte, ging Burk kürzlich Kündigungsschreiben Nummer drei zu, weil die beiden vorherigen Exemplare Fehler aufwiesen. Nebeneffekt: Der Künstler, der eigentlich bereits Ende 2008 hätte ausziehen müssen, kann jetzt bis Ende September bleiben. Auch dann wird er allerdings nicht freiwillig weichen: »Mit Hilfe meines Anwalts werde ich bis zum Äußersten gehen und alle juristischen Mittel ausschöpfen.«



Selbst wenn der Bildhauer im Herbst zum Auszug bewegt werden sollte, wird die Zeit zur Umgestaltung des Gebäudes am Goldstein immer knapper. Das denkmalgeschützte Bauwerk ist von zentraler Bedeutung für die Landesgartenschau 2010: Dort soll die Blumenhalle eingerichtet werden, zudem wird sich an dieser Stelle der Eingang zum Austellungsgelände befinden. Umso erstaunlicher ist es, dass sich im Rathaus bislang niemand gefunden hat, der ein einwandfreies Kündigungsschreiben aufsetzen kann. Erstmals hatte der städtische Kur- und Servicebetrieb das Mietverhältnis Mitte 2007 für beendet erklärt. Diese erste Version hatte Burks Rechtsberater wegen eines Formfehlers schnell vom Tisch gefegt. Es folgte Schreiben Nummer zwei, in dem eine Frist bis zum 31. Dezember 2008 gesetzt wurde. »Wie sich inzwischen herausstellte, war in dem von Bürgermeister Bernd Witzel und Kurbetriebsleiter Frank Müller unterzeichneten Brief der sogenannte Fortsetzungswiderspruch vergessen worden. Auch diese Kündigung ist deshalb angreifbar«, erklärte Häuser. Am 17. März sei deshalb Einschreiben Nummer drei auf den Weg gebracht worden - der Möglichkeit einer Fortsetzung des Mietverhältnisses sei darin ausdrücklich widersprochen worden.

Abseits von diesem juristischen Geplänkel scheinen die beiden zerstrittenen Parteien weiter denn je von einer gütlichen Einigung entfernt. »Das Tischtuch ist schon sehr zerschnitten«, sagte der Erste Stadtrat, der die Hoffnung gleichwohl nicht ganz aufgegeben hat. Vielleicht bestehe doch noch die Möglichkeit, die Verletzungen der Vergangenheit zu vergessen und sich an einen Tisch zu setzen, um eine Lösung zu finden. Häuser räumte Fehler vonseiten der Stadt ein, befürchtet aber auch, dass sich der mit dem Wetterauer Kulturpreis ausgezeichnete Bildhauer und Betreiber des Skulpturenparks »in ein Schneckenhaus zurückgezogen hat«.

Burk betonte gegenüber unserer Redaktion seine Gesprächsbereitschaft. Voraussetzung: Bürgermeister Bernd Witzel dürfe nicht beteiligt sein. »Der Rathauschef hat mich öffentlich verleumdet und beleidigt, verhält sich schäbig und hinterlistig. Das alles hat meine Schmerzgrenze überschritten«, sagte der Künstler. Wie er erneut unterstrich, sei ohne das Atelier ein Fortbestand des Skulpturenparks mit seinen vielen Kunstwerken renommierter Bildhauer aus dem In- und Ausland nicht denkbar. Burk hat nach eigenen Angaben dieses Ausstellungsgelände nicht nur weitgehend ohne finanzielle Hilfe von außen aufgebaut, sondern auch die »Bruchbude« am Goldstein auf eigene Kosten nutzbar gemacht: »Als ich das Atelier vor zwanzig Jahren angemietet habe, gab es dort weder Strom noch Wasser.«

Der Bildhauer hat inzwischen alle Stadtverordneten persönlich angeschrieben und seine Sicht der Dinge geschildert. »Damit sich später keiner rausreden kann«, so Burk. Tatsache sei: Die Stadt habe ihm bislang keinen vernünftigen Alternativstandort für das Atelier vorgeschlagen. Welchen Stellenwert seine Arbeit bei den Verantwortlichen einnehme, zeige sich an einem aktuellen Beispiel. Über die Bauarbeiten in der Straße am Goldstein sei er nicht vorab informiert worden: »Mein Atelier kann ich derzeit gar nicht betreten.«

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Artikel vom 27.03.2009 - 10.00 Uhr
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