Bad Nauheim (ihm). Am Montag wird die Vollsperrung der Straße Am Goldstein aufgehoben. Die ansässigen Geschäftsleute, die sich massiv über Umsatzeinbußen beschwert hatten, können aufatmen. Die sogenannte kleine Umgehung wird zunächst mit einer Ampelanlage ausgestattet und in beide Richtungen halbseitig befahrbar sein.
Der Eingang zum Fußgängertunnel zwischen Goldstein und Bahnhof ist deutlich vergrößert worden. (Fotos: ihm)
Diese Regelung gilt, bis Mitte Dezember auch die Sanierungs- und Modernisierungsschritte am Fußgängertunnel in Richtung Bahnhof beendet sind. Ein neuer Lift am östlichen Ausgang, eine zusätzliche Treppe und Lichtkuppeln sind zentrale neue Merkmale des Durchgangs. Die Kosten des Projekts liegen bei 1,5 Millionen Euro. Bund und Land zahlen die Hälfte.
»Tut nicht so, als ob ihr schaffen wollt«, lachte Bürgermeister Bernd Witzel. Gerade setzten die übrigen Teilnehmer des Treffens Bauhelme auf. Eine Besichtigung der südlichen Unterführung, der neben dem Bahnhof beginnt, war anberaumt. Projektsteuerer, Ingenieure, Baufachleute und Verwaltungsmitarbeiter waren dabei.
Um den östlichen Eingang zu vergrößern, war die Fahrbahn verschwenkt worden. In den nächsten Wochen erfolgt der Ausbau der angrenzenden Gehwege. Vor Beginn der Straßenbauarbeiten waren außerdem die schadhaften Kanäle saniert worden. Kaum wiederzuerkennen ist der Tunnel, obwohl die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Wo früher Enge herrschte, führen nun zwei Treppen zu einem großzügigen Eingang. Die alten Graffitis sind durch weiße Farbe übertüncht. Projektsteuerer Karl-Heinz Schmitt erläuterte: »Die Wände verblenden wir noch mit Lochblechen. Darunter werden Lampen montiert.« Um den Gang durch Tageslicht weiter zu erhellen, wurden verschlossene Oberlichter geöffnet und vergrößert. Eine Video-Überwachungsanlage soll montiert werden, und auch der Bodenbelag wird ersetzt. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört der Lift. »Seit mindestens 15 Jahren wurde über einen Aufzug debattiert«, erzählte Witzel. Barrierefreiheit spiele in der Stadt eine wichtige Rolle.
Bahn investiert 3 Millionen Euro
Ein Gitter verschließt zwar noch das westliche Entree, die Besichtigungs-Teilnehmer durften die 54 Meter lange Strecke gleichwohl durchqueren. Am Bahnhofsvorplatz angekommen, nahmen Witzel und seine Begleiter die Helme ab. Ein Gang durch die Station schloss sich an. Auch dort wird gewerkelt. Die Dächer über den Gleisen sind bereits renoviert.
»Seit Oktober werden die Bahnsteige mit neuen Platten belegt«, erläuterte Manfred Gründer (Fachdienstleiter Stadtentwicklung). Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung) wies auf den Technikraum für die zwei geplanten Aufzüge hin: »Die Arbeiten zur Instandsetzung sind mitten im Gange.« 3 Millionen Euro investiert die Bahn insgesamt.